Die neue Art der Bankenkommunikation – SWIFT für Unternehmen

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Karsten Kiefer author pictureAutor: Karsten Kiefer

Vor zwanzig Jahren war eine Klimaanlage im Auto noch ein echter Luxus, heute hingegen kommen die meisten Autos standardmäßig damit ausgestattet vom Fließband. Genau diese Standardisierung steht uns jetzt auch im SWIFT-Netz bevor. Damit wird nun so gut wie jeder von den Veränderungen in der globalen Bankenkommunikation profitieren können, die bislang nur den größten und mächtigsten Konzernen vorbehalten waren. SWIFTs kürzlich erfolgter Vorstoß, das SWIFT-Netz auf mehr Unternehmen auszuweiten, macht es für diese wesentlich leichter, einen eigenen Business Identifier Codes (BIC) zu erhalten. Damit ist es für Unternehmen einfacher denn je, über SWIFT Nachrichten auszutauschen.

Die Ausweitung von SWIFT

Das SWIFT-Netz war ursprünglich ausschließlich Banken vorbehalten. Anschließend kam eine Phase, in der Corporates über sog. Servicebüros Zugriff erhalten konnten (oder wenn man richtig reich war über eine eigene SWIFT-Infrastruktur). In den letzten Jahren hat SWIFT jedoch im großen Stil in eine Ausweitung in Richtung Firmenkunden und in die Etablierung des SWIFT Standardized Corporate Environment (SCORE) Netzes investiert. Mittlerweile können immer mehr Corporates im zentralen Treasury Kontoauszüge aus dem SWIFT-Netz abrufen.

Im Rahmen dieser neuen Möglichkeiten erhält jedes Unternehmen seinen eigenen BIC, der wie ein Briefkasten funktioniert. Hier hinterlegen die Banken die Kontoauszüge für das Unternehmen. Dadurch haben die Unternehmen Zugriff auf die gleiche Infrastruktur wie die Banken, und mit dem richtigen SWIFT-Service können sie ihre SWIFT-Kontoauszüge direkt in ihr TMS übertragen.

Der größte Vorteil eines eigenen BIC ist, dass er dem Kunden selbst gehört und damit alle Daten, die darüber abgewickelt werden, vertraulich bleiben. Wenn Ihre Kontodaten beispielsweise über einen gemeinsamen BIC laufen würden, könnte der entsprechende Besitzer (z.B. die Bank) theoretisch mithilfe Ihrer Kontoauszüge Einblick in Ihre gesamte Finanzsituation erhalten.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Freiheit und Flexibilität gegenüber Banken: Ein Unternehmen mit einem eigenen BIC muss sich nicht an eine bestimmte Bank binden – was in der heutigen Bankenlandschaft von Vorteil ist. Und letztlich kann die Infrastruktur, nachdem sie in das Treasury integriert wurde, auch ganz einfach für andere Funktionen genutzt werden: z.B. die Leitung aller Zahlungsprozesse über einen bestimmten Kanal oder Integrated Trade Finance.

Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. Mit Ihrem eigenen BIC können Sie theoretisch mit jeder Bank im SWIFT-Netz interagieren, oder? Aber nicht jede Bank unterstützt SWIFT für Unternehmen. Noch bis vor Kurzem waren kleinere Banken, insbesondere nicht überregional tätige, keine Mitglieder im SWIFT Standardised Corporate Environment (SCORE) Netz. Dadurch konnten diese auch nicht direkt Nachrichten an Unternehmenskunden schicken.

BELLIN hat sich daher aktiv mit SWIFT zusammengetan, um die Netzwerkregeln zu verbessern. Das Resultat ist eine seit 2015 wesentlich einfachere Direktkommunikation mit SCORE-Mitgliedern  für kleinere Banken.

Dabeisein dank BELLIN und SWIFT

Für viele Kunden können die Komplexität der Bankenbeziehungen – ganz zu schweigen von Kontrollen, Auflagen und unternehmensspezifischen Problemen beim Aufbau einer Bankenkommunikation – Hindernisse beim Einstieg ins SWIFT-Zeitalter darstellen. Das ist einer der Gründe, warum wir uns mit SWIFT zusammengetan und den BELLIN SWIFT Service entwickelt haben: Damit vereinfachen wir den Onboarding-Prozess für Unternehmen, die sonst vielleicht nicht wissen würden, wie sie das SWIFT Netz effektiv nutzen können.

Viele Unternehmen sind durch Übernahmen oder andere organische Prozesse auf internationaler Ebene gewachsen. Dadurch fehlt ihren Bankenbeziehungen meist eine sinnvolle Struktur. Beim Onboarding erhalten wir meistens eine Liste mit den bestehenden Bankenverbindungen und analysieren dann, wie das Bankenportfolio am besten geordnet werden kann. Je nach Kontinenten, Ländern oder Volumina können wir individuelle Empfehlungen für die Kontenstruktur aussprechen.

Danach beginnt der technische Onboarding-Prozess – angefangen mit dem Einrichten der „Mailbox“ zur Nutzung von SWIFT-Nachrichten. Das nimmt normalerweise nicht mehr als 40 Arbeitstage in Anspruch. Dann ist die Verbindung konfiguriert, und der Kunde kann Kontoauszüge abrufen.

Abschließend müssen die Unternehmen bei ihren Banken die richtigen Personen finden, die ihnen die Konten zum Verschicken der Auszüge an ihren neuen BIC einrichten können. Wir unterstützen diesen Prozess, indem wir unseren Kunden Standardschreiben zur Verfügung stellen, die diese an ihre Banken schicken können. Wie schnell Banken hier umschalten, hängt von der Bank ab. Manchmal geht es über Nacht, manchmal dauert es mehrere Wochen.

Damit ist es tatsächlich auch für Ihr Unternehmen möglich, in weniger als drei Monaten komplette, weltweite Cash-Transparenz zu erlangen.

Dadurch dass Unternehmen wie BELLIN den Onboarding-Prozess sehr erleichtert haben und SWIFT mit SCORE das Netz für Unternehmen geöffnet hat, ist der Zugang zu SWIFT einfacher denn je. Es ist jetzt selbst für kleine und mittlere Unternehmen ganz leicht machbar, einen eigenen BIC zu bekommen und sich mit seinen Banken zu vernetzen – sogar bei kleineren, nicht überregionalen Banken. Schon bald könnte ein Unternehmen ohne eigenen BIC so ungewöhnlich und veraltet erscheinen wie ein Auto ohne Klimaanlage – auch wenn Volkswagen 30 Jahre gebraucht hat, um auch den Käfer damit auszustatten.

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