Die technischen Hürden beim Netting

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Andreas Büch author pictureAutor: Andreas Büch

Mit dem Wachstum von global aufgestellten Unternehmen geht fast immer auch eine gesteigerte Bedeutung des Intercompany-Geschäfts einher. Auf den ersten Blick hat der Treasurer hier weniger Sorgen, immerhin bleibt das Geld doch im Unternehmen. Schaut man jedoch genauer auf die mit den resultierenden Intercompany-Zahlungen verbundenen Transaktionskosten und vor allem die Valuten-Verluste, wird schnell ein erhebliches Optimierungspotenzial deutlich. Führt man sich darüber hinaus die Auswirkungen auf das Fremdwährungsrisiko und die Komplexität bei der konzernweiten Liquiditätsplanung vor Augen, kommt man früher oder später nicht an der Thematik „Netting“ vorbei.

Unsere Blog Posts „Was ist multilaterales Netting?“ und „Regulierungsfragen: Wo ist Netting erlaubt?“ haben vorgestellt, wie Netting bei diesen Herausforderungen Abhilfe schaffen kann. Allerdings ging es dabei bislang mehrheitlich um die strukturellen Vorteile für Unternehmen und die Verbesserung von Arbeitsprozessen. Was sich dahinter an Technik verbirgt, davon haben viele jedoch eine eher unklare Vorstellung. Wie genau funktioniert Netting und welche Tools stehen mir zur Verfügung? Welche technischen Hürden gilt es zu überwinden, und schafft mein Unternehmen das überhaupt?

Das Grundprinzip des Nettings erscheint beinahe trivial: Daten müssen miteinander verrechnet, also addiert und subtrahiert werden. Warum sollte es dafür eines speziellen Tools bedürfen? Dies müssten doch moderne ERP- und Buchhaltungssysteme eigentlich ohne Weiteres leisten können! Ganz so einfach ist es aus verschiedenen Gründen in der Realität meistens jedoch nicht. Es beginnt oft schon damit, dass innerhalb des Konzerns nicht nur ein ERP-System im Einsatz ist. Unter den wenigen „Glücklichen“ mit einer entsprechend homogenen ERP-Landschaft befinden sich noch weniger, bei denen das System konzernweit auf demselben Releasestand läuft. Viel häufiger sieht man sich in großen Unternehmen mit einer überaus heterogenen Ansammlung von ERP-Systemen konfrontiert. Dies kann auf verschiedenste Gründe zurückzuführen sein. Dezentrale Strukturen, Wachstum durch Akquisitionen oder begrenzte Ressourcen für einen konzernweiten Rollout eines einheitlichen Systems zählen sicher zu den häufigsten.

Unter anderem hat man es mit Gesellschaften zu tun, deren gesamte Buchhaltung in Tabellenkalkulationsprogrammen abgewickelt wird. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, wie man vielleicht meinen könnte. Gerade für kleinere Tochterunternehmen an eher „exotischen“ Standorten kann das nach Abwägung von Kosten und Nutzen durchaus die effizienteste Lösung sein. Die Daten aus den diversen unterschiedlichen Systemen zentral zugänglich zu machen, stellt eine große Herausforderung dar. Eine entscheidende Anforderung an ein Netting-System ist es daher, dass es mit den verschiedensten Systemen kommunizieren kann. Hierfür sollten einerseits möglichst einfache Schnittstellen bereitstehen, darüber hinaus aber auch manuelle Eingaben möglich sein. Selbstverständlich strebt jedes Unternehmen eine möglichst hohe Automatisierungsquote an, bei nur wenigen Belegen monatlich kann die manuelle Erfassung für einige Tochtergesellschaften nichtsdestotrotz die passendste Lösung darstellen.

Die Dateneingabe ist eine Sache, die Datenverarbeitung beim Netting eine andere. Viele Netting-Tools sind im Grunde riesige „Taschenrechner“. Man gibt die Daten ein, und das Tool rechnet aus. Knifflig wird es, sobald es zu Nichtübereinstimmungen kommt. An dieser Stelle bräuchte man wieder Zugriff auf die Einzelrechnungen, um genau zu ermitteln, wo was schiefgelaufen ist. Dies führt uns direkt zu einer weiteren Herausforderung, mit der so gut wie jedes Unternehmen im Zusammenhang mit Intercompany-Beziehungen konfrontiert wird: Was passiert, wenn Unternehmen einfach nicht zahlen oder andere ihr Geld nicht bekommen? Das kann einen Dominoeffekt nach sich ziehen und ein Unternehmen effektiv lahmlegen. Reines Netting ist also tatsächlich nicht mehr ausreichend. Es bedarf außerdem eines umfangreichen Abstimmungsprozesses und entsprechend eines Netting-Tools, mit dem genau das möglich ist.

Die Antwort ist eine einzelne, konzernweite Plattform. Andere Verwaltungsbereiche mögen auf einer dezentralen Arbeitsweise bestehen, aber wenn es um Netting und Abstimmung geht, muss man zentral denken. Auch hier gilt die Binsenweisheit: Je weniger Schnittstellen, desto unkomplizierter der Netting-Prozess. Idealerweise ist eine Plattform-Lösung nicht nur mit einem bestimmten System kompatibel. Daten werden zusammengeführt, und alle Konzerngesellschaften spielen im Prozess eine aktive Rolle.

Allerdings steckt der Teufel im Detail: Welche Funktionalitäten bietet ein Software-Tool, und was wird an Features benötigt, um den Netting-Prozess zu optimieren? Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Ihr Netting-Tool muss mehr können als ein bloßer Taschenrechner, und neben dem reinen Netting sollte auch der Abstimmungsprozess unterstützt werden. Je differenzierter die Software, desto mehr Möglichkeiten haben Sie. Ein gutes Netting-Tool bietet verschiedene Konfigurationen und Filteroptionen, z.B. zum Umgang mit unterschiedlichen Währungen oder Auflagen ohne komplizierte, manuelle Prozesse.

tm5 bietet hier eine sehr hilfreiche Funktion: Bei Übereinstimmung von Forderungen und Verbindlichkeiten wird automatisch bestätigt, und für Nichtübereinstimmungen gibt es direkt im System eine Chat-Funktion. Neben dem normalen Netting werden auch virtuelles und Brutto-Netting unterstützt. So können wirklich alle konzernweiten Forderungen und Verbindlichkeiten in den Prozess integriert werden, selbst wenn bei den lokalen Zentralbanken Beschränkungen bestehen.

Die eigentlichen technischen Hürden zum Netting sind also nicht so hoch wie man meinen könnte. Mit einer konzernweiten Plattform-Lösung, die auch den Abstimmungsprozess unterstützt, gelingt Ihnen der Sprung auf jeden Fall. Aber man sollte immer im Hinterkopf behalten: Netting spart gutes Geld – das sollte man nicht durch ein schlechtes Netting-Tool wieder zum Fenster rauswerfen.

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