Instant Payments, Faster Payments, Real-Time Payments, SWIFT gpi

Welche schnellen Zahlungsverkehrslösungen gibt es und welche Rolle spielen sie für Unternehmen?
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Karsten Kiefer author pictureAutor: Karsten Kiefer

Anja Biehler author pictureAutor: Anja Biehler

Die Digitalisierung hebt unsere Erwartungshaltung an Dienstleistungen und Technologien auf ein neues Niveau: Ein Service soll jetzt, sofort, überall auf der Welt und jederzeit zur Verfügung stehen – so auch beim Bezahlen. Instant Payments, Faster Payments, Real-Time Payments und SWIFT gpi – was steckt hinter den vielversprechenden Namen? Welche Chancen bieten diese Systeme, wo liegen die Grenzen? Und wir erläutern, welche Lösung für Unternehmen ein großes Potenzial bietet: die SWIFT gpi-Technologie und das Projekt SWIFT for Corporates – g4C.

Instant Payments, Faster Payments, Real-Time Payments: Was ist was?
Definition Instant Payments
Definition Faster Payments
Definition Real-Time Payments
Chancen und Grenzen von Echtzeit-Zahlsystemen
Welche Lösungen benötigen global tätige Unternehmen?
SWIFT gpi: grenzenlos Zahlungsaufträge schnell abwickeln
So funktioniert SWIFT gpi
Das Projekt SWIFT for Corporates –  SWIFTg4C
Fazit zu Zahlungsverkehr in Echtzeit

Informationen zu unseren Lösungen für den Zahlungsverkehr

Video zum Thema: Payment Processing

 

Instant Payments, Faster Payments, Real-Time Payments: Was ist was?

Der Bedarf für schnelle Zahlungsabwicklungslösungen hat die Entwicklung neuer Technologien überall auf der Welt vorangetrieben. Während die Begriffe Instant Payments, Faster Payments und Real-Time Payments auch synonym verwendet werden, haben sich doch drei regional spezifische Systeme dafür etabliert: Instant Payments für den SEPA-Raum, Faster Payments für UK und Real-Time Payments innerhalb der USA.

 

Definition Instant Payments

Instant Payments sind elektronische Zahlungen, die innerhalb weniger Sekunden verarbeitet und ohne zwischengeschaltete Stellen direkt zwischen Banken abgerechnet werden. Auftraggeber und Zahlungsempfänger erhalten eine sofortige Bestätigung, der gesamte Prozess ist in weniger als 10 Sekunden abgeschlossen. Instant Payments können jederzeit (24/7/365) ausgeführt werden. Das Überweisungslimit liegt bei 15.000 EUR. Instant Payments sind immer Einzelzahlungen, und die ausgeführte Zahlung ist unwiderruflich.

Im SEPA-Raum (Single Euro Payments Area) gibt es auf Basis der europäischen Zahlungsverkehrsinfrastrukturen ein Instant-Payment-Abwicklungssystem: Das vom European Payment Council (EPC) entwickelte System SEPA Instant Credit Transfers (SCT Inst). Allerdings ist die Teilnahme eines Finanzinstituts am SCT Inst System im Gegensatz zu SEPA nicht verpflichtend. Dies erklärt, warum diverse europäische Banken hier bereits seit längerem ein Instant-Payments-Angebot haben, wohingegen andere Banken bis dato noch nicht einmal den Zeitpunkt ihrer technischen Unterstützung kommunizieren.

Instant Payment SWIFTQuelle Deloitte

 

Merkmale_von_Instant_Payments

Quelle Deloitte

Definition Faster Payments

Die Initiativen zu schnellerem Geldtransfer reichen in UK bis in die 1980er Jahre zurück. Als Quasi-Echtzeit-System haben sich die Faster Payments etabliert, die als Faster Payment Service (FPS) von der Zahlungsverkehrsbehörde für den Einzelhandel Pay.UK im Mai 2008 eingeführt wurden.

Faster Payments sind eine britische 24/7-Zahlungsverkehrslösung, bei der innerhalb von 15 Sekunden die Bestätigung des Zahlauftrags erfolgt, die komplette Abwicklung spätestens innerhalb von zwei Stunden abgeschlossen ist. Als Faster Payments können Einzelzahlungen, Terminüberweisungen, Daueraufträge und auch Massenzahlungen von direkt angebundenen Unternehmen ausgeführt werden. Zahlungsaufträge können ausschließlich in GBP ausgeführt werden. Das Limit der Zahlungsaufträge liegt bei 250.000 GBP, wobei die beteiligten Banken dieses individuell herabsetzen können. Ein als Faster Payments initiierter Zahlungsauftrag kann nicht zurückgeholt werden.

 

Definition Real-Time Payments

In den USA besitzt und betreibt das älteste an Banken angebundene Zahlungsverkehrsunternehmen The Clearing House (TCH) eine nationale zentrale Infrastruktur für Zahlungssysteme in den Vereinigten Staaten und entwickelt das Echtzeit-System „Real-Time Payment“ (RTP®).

Der Real-Time-Payments-Dienst ist 24/7 verfügbar, Zahlungen werden in Echtzeit im Hintergrund der Anwendungen ausgeführt. Das Transaktionslimit liegt bei 35.000 USD. Neben der schnellen Abwicklung erlauben die RTP auch das Versenden von Nachrichten. Das System ist so aufgebaut, dass Real-Time Payments prinzipiell zwischen allen Teilnehmern abgewickelt werden können: Unternehmen, Konsumenten oder Behörden. Das System startete 2017, ist offen für alle Zahlungsverkehrsdienstleister und soll bis 2020 überall verfügbar sein.

 

Chancen und Grenzen von Echtzeit-Zahlsystemen

Allen diesen Zahlungsverkehrslösungen gemeinsam ist ein eigenes Clearing-System, an das mehrere Institute angeschlossen sind. Damit diese Systeme funktionieren, müssen alle Beteiligten – Auftraggeber-Bank und Empfänger-Bank – am System angeschlossen sein. Hier befinden sich die Systeme teilweise noch im Aufbau.

Jedes dieser Clearing-Netzwerke aber stößt am Rand seines jeweiligen Systems an seine Grenzen. Für global tätige Unternehmen, die auch mit grenzüberschreitendem Zahlungsverkehr konfrontiert sind, sind solche nationalen Echtzeit-Zahlsysteme kaum hilfreich. Hier bietet das weltweite Netzwerk SWIFT mit seiner Global Payments Innovation (SWIFT gpi) eine Lösung speziell für Unternehmen: das Projekt SWIFT for Corporates, kurz SWIFT g4C.

 

Welche Lösung benötigen global tätige Unternehmen?

Die Clearing-Systeme Instant Payments für den SEPA-Raum, Faster Payments für UK und Real-Time Payments für die USA bieten die Abwicklung von Zahlungsaufträgen in Sekundenschnelle, aber bleiben in den Grenzen ihres jeweiligen Systems gefangen. Was global tätige Unternehmen wirklich benötigen, ist eine schnelle und transparente Lösung für grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

Sehen Sie das Video an: How is SWIFT helpful for corporates?

 

SWIFT gpi: grenzenlos Zahlungsaufträge schnell abwickeln

Die Genossenschaft SWIFT hat ein grenzüberschreitendes Netz etabliert, an dem rund 10.000 Banken weltweit angeschlossen sind. Im Januar 2017 startete SWIFT den gpi-Service, mit dem weltweite Zahlungen schnell und nachverfolgbar abgewickelt werden können. Bis Ende 2020 soll jede der am SWIFT-Netzwerk teilhabenden Banken in der Lage sein, die Abwicklung eines Zahlauftrags innerhalb von 24 Stunden anzubieten. Aktuell (Februar 2019) stellen mehr als 280 Banken in über 200 Ländern die Technologie bereit und treffen knapp die Hälfte aller gpi-Zahlungsaufträge innerhalb von fünf Minuten auf dem Konto des Zahlungsempfängers ein, 95 Prozent innerhalb eines Tages.

 

So funktioniert SWIFT gpi

Das Besondere an der neuen Technologie ist die durchgängige Ende-zu-Ende-Verfolgung, welche mit einer gpi-Referenz, der Unique End-to-End Transaction Reference UETR, gewährleistet wird. Diese funktioniert wie eine Sendungsverfolgungsnummer beim Paketversand: Eine gpi-Zahlung erhält mit der UETR eine eindeutige und nicht veränderbare Referenz. Mit dieser Referenz lässt sich der Auftrag nicht nur vollständig digitalisiert und damit enorm schnell abwickeln, sondern auch jederzeit überprüfen, bei welcher Bank er sich befindet. SWIFT gpi bringt also Schnelligkeit und Transparenz in Bezug auf Status und Gebühren in den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

 

Das Projekt SWIFT for Corporates (SWIFT g4C)

Im November 2018 startete das Projekt SWIFT g4C, das Unternehmen ermöglicht, gpi-Zahlungsaufträge direkt im Treasury Management System zu initiieren. BELLIN zählte zum ausgewählten Kreis der Early Adopters, war der erste Anbieter im TMS-Umfeld, der einen g4C-Live-Kunden bekanntgeben konnte und hat die neue Technologie erfolgreich in sein System tm5 integriert.

Mit dieser Integration generiert tm5, das Treasury Management System von BELLIN, die für die gpi-Zahlung notwendige unveränderbare und nachverfolgbare Referenz (UETR). Mit der gpi-Integration kann tm5 ebenso eingehende gpi-Status-Nachrichten automatisiert verarbeiten, wodurch auch der Status der Zahlung jederzeit für Anwender in tm5 überprüfbar ist.

Mit dem Start der generellen Verfügbarkeit von gpi for Corporates durch SWIFT im Juni 2019 können alle Nutzer des BELLIN SWIFT Service diese neue Transparenz und Nachverfolgbarkeit im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr nun grundsätzlich in Betracht ziehen. Voraussetzung für die Nutzung der SWIFT g4C-Technologie ist ein eigener SWIFT BIC (Business Identifier Code), die Registrierung des eignen BIC für gpi for Corporates sowie die Einbindung von Finanzinstituten, die g4C als Service anbieten.

Fazit zu Zahlungsverkehr in Echtzeit

Clearing-Systeme wie Instant Payments, Faster Payments oder Real-Time Payments bieten zwar neue Chancen für den Konsumenten und den Online-Handel. Letztlich aber bleiben sie Insellösungen, die keine system- oder grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung erlauben. Für das Corporate Treasury eröffnet das SWIFT-g4C-Projekt tatsächlich neue Perspektiven: Grenzüberschreitender Zahlungsverkehr wird schnell, nachverfolgbar und transparent. Zwar noch nicht in Echtzeit, gemessen aber an der bisherigen Praxis im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr ist eine Abwicklungsdauer einer gpi-Zahlung innerhalb von nur 5 Minuten rund um den Globus tatsächlich ein Quantensprung.

Mehr Information zum BELLIN SWIFT Service

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