Jenseits der Cloud

Die Vorteile von Single-Tenant-Modellen für Treasury- und Risikomanagement

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Autor: Hugh Russell
Veröffentlicht am:
14. Mai 2015


In den letzten Jahren hat sich die Verwendung von Online-Anwendungen im Treasury mehr und mehr durchgesetzt. Gleichzeitig bieten immer mehr Anbieter ihre Produkte als SaaS an. In meinem Beitrag Jenseits der Cloud: Die Vorteile einer Cloud-Infrastruktur habe ich bereits erläutert, dass es grundsätzlich zwei verschiedene SaaS-Modelle gibt: Single-tenant- und Mulit-tenant-Architektur. Multi-tenant-Systeme sind so aufgebaut, dass alle User bei den verschiedenen Kunden dieselbe Anwendung nutzen können. In einer Single-tenant-Architektur hingegen hat jeder Kunde eine eigene Anwendung, und die zugrundeliegende Infrastruktur ist entsprechend der spezifischen Kundenanforderungen konfiguriert. Die Entscheidung für das eine oder das andere Modell hängt davon ab, was den Bedürfnissen des Kunden am besten entgegenkommt und welche Art von Service der Anbieter zur Verfügung stellen möchte. Für beide Modelle gibt es gute Gründe. Für Treasury-Management-Systeme aber bietet die Single-tenant-Architektur eindeutige Vorteile.

Größere Flexibilität

Da alle Kunden die gleiche Software nutzen, sind Multi-tenant-Systeme meist weniger anpassungsfähig. Dagegen sind Single-tenant-Modelle flexibler, da sie dem einzelnen Kunden die Möglichkeit bieten, das System nach seinen Bedürfnissen zu konfigurieren und zu entscheiden, welche Sicherheitsfeatures aktiviert werden. Standardanwendungen sind zwar verfügbar, aber Kunden mit hohen Transaktionsvolumen können sogar eine eigene, exklusive Serverumgebung mit mehr Ressourcen wählen. Bei einer Single-tenant-Architektur kann die Infrastruktur für jeden einzelnen Kunden angepasst werden, ohne dass dies Auswirkungen auf die anderen Kunden hat.

Geringeres Risiko

Kunden, deren SaaS eine Multi-tenant-Architektur hat, gehen ein größeres Risiko ein, da ein sicherheitsrelevanter Vorfall bei einem einzigen Kunden nicht nur deren Datensätze, sondern alle Kundendaten beeinträchtigen kann. Wenn Kundendaten gemeinsam gespeichert werden, müssen Sie nicht nur vor Hackern Angst haben: Jegliche Bugs, die sich in die Software einschleichen, können Ihre Daten prinzipiell für andere Kunden zugänglich machen. Bei einer Multi-tenant-Umgebung können Sie zudem unter Umständen Ihre eigenen Daten nicht firmenintern speichern. Und selbst wenn Sie es können: Was haben Sie davon, wenn die Hosting-Lösung des Anbieters dabei außen vor bleibt? Durch die komplette Abhängigkeit vom Anbieter der Anwendung bzw. Datenhost sind Risiken für Kunden sehr schwer einzugrenzen. Stellen Sie sich vor, ein Kunde möchte Sondervorkehrungen treffen, z.B. für einen Virenangriff oder sogar für den Fall, dass der Anbieter seine Dienste einstellt. In diesem Fall könnte der Kunde nicht in dem Umfang auf seine eigenen Daten zugreifen, wie es für die Gewährleistung der Geschäftskontinuität erforderlich wäre.

Upgrades

Dadurch, dass jeder Kunde einer Single-tenant-Lösung seine eigene Anwendung hat, können für System-Upgrades individuell geeignete Zeitfenster festgelegt werden. Kunde und Anbieter können vereinbaren, dass ein bestimmter Upgrade-Zyklus verschoben wird, um den Geschäftsanforderungen des Kunden entgegenzukommen. Dadurch müssen die Arbeitsabläufe beim Kunden nicht unterbrochen werden und können Wartungsarbeiten im Treasury z.B. so gelegt werden, dass sie nach einem bestimmten Zahllauf stattfinden.

In einer Multi-tenant-Umgebung ist es hingegen für den Anbieter schwer auszumachen, welche Kunden durch ein Service-Upgrade beeinträchtigt würden. Gleichzeitig könnte es zu Störungen für alle Kunden kommen, wenn Anbieter einen Patch für einen Bug installieren, der eigentlich nur einen einzigen Kunden betrifft.

Übertragbarkeit

Bei einem Single-tenant-SaaS-Modell haben Kunden die Möglichkeit, von einer anbietergestützten SaaS-Umgebung zu einem firmeninternen System zu wechseln – in dem der Kunde dann seine eigenen Daten pflegen und interne IT-Ressourcen einsetzen kann. Angesichts der ständig steigenden Gesetzesauflagen im heutigen Treasury, insbesondere was Finanzdaten angeht, sollte die Möglichkeit, Daten flexibel in das firmeninterne System zu transferieren, auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Angesichts der zunehmenden Einführung von Online-Anwendungen im Treasury-Management stellen Single-tenant-SaaS-Systeme daher insgesamt eine gute Wahl für Treasury-Management-Systeme dar, da sie flexibler und robuster sind. Bei Single-tenant-Systemen haben alle Kunden ihre eigene Anwendung und damit größere eine Sicherheit, eine bessere Kontrolle über Update-Zeitpunkte und die Möglichkeit, auf eine lokalere Lösung zu wechseln. Single-tenant-Systeme sind für Organisationen eine gute Lösung, um der Komplexität ihrer Treasury-Anforderungen Herr zu werden und bei wachstumsbedingten Veränderungen Mobilität zu gewährleisten.

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