Kontrolle durch Transparenz

Fortschritt und Rückblick: von Thomas Edison zum Treasury Management System

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Autor: Teut Deese
Veröffentlicht am:
19. Februar 2018


Als Thomas Edison Ende des 19. Jahrhunderts die Glühbirne perfektionierte und damit die Grundlage für ein tragfähiges Beleuchtungssystem schuf, erzeugte er damit zugleich ein Netzwerk, das man sich heute kaum mehr wegzudenken vermag. Zwei Jahrhunderte und mehrere technologische Quantensprünge später, erscheint uns jegliche Epoche, die nicht unseren heutigen Standards entspricht, wie die graueste Vorzeit – bemittleidenswert unaufgeklärt, primitiv, ignorant und blind: „Wie konnten die je so leben?“ „Wie konnte irgendjemand so seine Arbeit machen“? Gleichermaßen erscheint es jenen Digital Natives – der Generation, die ganz selbstverständlich in einer digitalen Welt aufgewachsen ist – quasi unvorstellbar, dass es auch heute noch Menschen auf dieser Erde gibt, die mit Blick auf die Segnungen der digitalen Technik nicht aus dem Vollen schöpfen. Warum sollte irgendjemand nicht von der Datentransparenz profitieren wollen, die sich durch den Zugriff auf weltweite Netzwerke bietet? Warum würde man auf die rasend schnelle Informationsübertragung verzichten wollen, die nicht nur unser Leben bereichert, sondern auch Kapazitäten freisetzt und in allen Bereichen des Lebens eine solide Basis für die Entscheidungsfindung liefert?

Ich selbst zähle zwar nicht zur „Generation Z“, die nie in einer analogen Welt ohne Laptops, Smartphones und Hochgeschwindigkeits-Datennetzwerken gelebt hat. Dennoch reagierte auch ich vor Kurzem mit baffem Erstaunen auf eine Erzählung unseres Gründers und CEOs Martin Bellin, der mir von den bescheidenen Anfängen dessen berichtete, was wir heute als Treasury bezeichnen.

Das dunkle Zeitalter der Datenintransparenz

Ich hatte ihn auf die technische Infrastruktur angesprochen, die Treasurern vor 25 Jahren zur Verfügung stand. Das Bild, das er mir daraufhin zeichnete, schockierte mich: „Ich erinnere mich noch gut an meine erste Stelle Anfang der Neunziger. In dieser Zeit löste sich das Treasury gerade aus dem Accounting und wurde langsam zu einer eigenen Disziplin. In meiner Arbeit stand mir damals kein System zur Verfügung. Ich hatte keinerlei Einblick in Daten, keinerlei Transparenz, keinen Überblick und entsprechend oft keinen Plan. Ich wusste nicht einmal, wie viele Tochterunternehmen wir hatten. Das genaue Gegenteil von Transparenz und Kontrolle!“ Meine Reaktion: „Aber wie konnten Sie dann überhaupt Ihre Aufgaben erfüllen?“
Die Antwort: gar nicht – jedenfalls nicht in dem Umfang, wie es ihnen mit Hilfe der passenden Systeme möglich gewesen wäre. Ohne aktuelle Daten und verlässliche Zahlen war nachhaltige Liquiditätsplanung quasi unmöglich, Risikomanagement glich eher einer Ratepartie, und Zahlungsprozesse gestalteten sich mühsam und undurchsichtig. Sehr verständlich daher, dass Martin Bellin die Konsequenz zog, sich auf sein Informatik-Wissen besann und eine Lösung für dieses Problem suchte: Er baute seine eigene, rudimentäre Anwendung – eine Datenbank, in der man die Bankverbindungen und Konten eines Unternehmens sowie Darlehen und andere für die Zentrale wichtige Informationen hinterlegen konnte. „Aber das war noch nicht einmal ansatzweise das, was wirklich benötigt wurde.“ Denn ohne Kontakt zu den Tochterunternehmen und ohne Verbindung zwischen den Gesellschaften gab es so gut wie keine Zusammenarbeit, und die benötigten Daten waren nicht verfügbar. Keine Chance auf ein strategisches Treasury Management! Und dennoch war dies ein erster Schritt. Zwar handelte es sich noch um ein statisches, auf Excel-Tabellen aufbauendes System, aber immerhin entstand dadurch ein Mindestmaß an Transparenz und Kontrolle für das Kernunternehmen, und das Treasury wurde in die Lage versetzt, sich von Banken und externen Beratern unabhängig zu machen.

Kein Netzwerk ohne Knotenpunkte: Lastenverteilung im Treasury

Dann kam das Internet, und die Dinge gerieten sprichwörtlich in Bewegung. Martin Bellin nutzte die Gunst der Stunde und wandelte sein statisches System in eine Netzwerkanwendung um. Und schon hatte er ein unverzichtbares Tool an der Hand, mit dessen Hilfe Treasurer ihr Dasein als Datensammler hinter sich lassen und sich zu Treasury-Strategen aufschwingen konnten. Das Konzept des Load Balanced Treasury – einer Lastenverteilung und Arbeitsteilung im Treasury – war geboren.
Dabei waren es nicht die vielen verschiedenen Komponenten der neuen Anwendung, mit deren Hilfe Treasurer Kernaufgaben wie Liquiditätsplanung, multilaterales Netting und den Zahlungsverkehr intuitiv und effizient erledigen konnten, die das System ausmachten. Die größte Revolution des webbasierten Treasury Management Systems war die Art und Weise, wie diese Funktionen genutzt werden konnten: indem die Informationen aus dem gesamten Unternehmen zusammengeführt und allen Nutzern zur Verfügung gestellt wurden. Nun arbeiteten sowohl die Zentrale als auch die Tochterunternehmen mit dem selben System, und damit standen jederzeit verlässliche und gleichlaufende Daten zur Verfügung. Diese neue Transparenz brachte eine nie dagewesene Kontrolle mit sich: Treasurer waren nun in der Lage, immer zu wissen, wo sich ihr Geld befand und konnten so z.B. zum ersten Mal überhaupt angemessenes Liquiditätsmanagement betreiben. Zugleich ermöglichte die unternehmensweite Transparenz durch das System die Verschlankung von Prozessen mit dem Einsatz von Shared Service Centern und konsolidierten Zahlungsplattformen und lieferte damit deutlich mehr Effizienz und ein nie dagewesenens Maß an Sicherheit.
Womit sich nur noch eine Frage stellt: Warum sollte irgendjemand noch anders arbeiten wollen? Dafür gibt es eignetlich keinen Grund mehr. Denn wir haben Licht in das Dunkel früherer Treasury-Prozesse gebracht – ganz im Sinne von Thomas Edison!

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