KYC der nächsten Generation mit BELLIN und SWIFT

SWIFT mittlerweile wichtige Größe im KYC-Bereich

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Martin Bellin author pictureAutor: Martin Bellin

In der ersten Aprilwoche wurden Informationen bekannt, dass Bloomberg seine Bemühungen, den Bereich KYC zu erobern, einstellen wird. Bloomberg zieht sich aus dem Projekt zurück, obwohl einige bekannte Namen wie Coca Cola und Cargill in Zusammenarbeit mit der Citi Bank bereits die Plattform eingeführt hatten. Als Grund wird mangelnde Nachfrage genannt.

Noch hat Bloomberg dies nicht bestätigt, allerdings kann es gut sein, dass die Entscheidung von SWIFT, seine globale KYC-Plattform dem Firmenkundensegment zu öffnen, den Ausschlag für Bloombergs Rückzug gab.  

Weiterentwicklungen im KYC-Bereich wären für die gesamte Branche von Vorteil, aber ein solches Projekt lässt sich einfach nicht von einem Anbieter allein stemmen. Es ist schon schwer genug, Standards für Europa festzulegen. Der Versuch, weltweite Einheitlichkeit zu erzielen, grenzt ans Unmögliche. Insellösungen, die auf eine bestimmte Bank oder ein bestimmtes Land zugeschnitten sind, werden der Herausforderung ebenfalls nicht gerecht. Sie würden zudem an internationalen Gesetzesauflagen scheitern.

SWIFT unterstützt Banken dabei, die KYC-Anforderungen mit Blick auf Konten im Korrespondenzbankmodell zu bewältigen. Diese Plattform könnte auch eine Lösung für Unternehmen darstellen. Immerhin ist SWIFT in der Branche bekannt und anerkannt und arbeitet jetzt schon mit Tausenden von Banken zusammen.

SWIFT for Corporates: ein exklusiver Club

Wie funktioniert die Datenbank von SWIFT und welche potenziellen Auswirkungen könnte das für Corporates haben?

In einem ersten Schritt öffnet SWIFT die Datenbank nur für Unternehmen, die einen eigenen BIC haben: Es kommt also nur eine exklusive Gruppe von rund 2.000 Unternehmen in den Genuss des Angebots. Diese Gruppe ist deshalb so exklusiv, da viele eine SWIFT-Anbidung nach wie vor als teuer und komplex einstufen. Seit 2013 ermöglicht es SWIFT spezialisierten und sorgfältig ausgewählten Anbietern, im Rahmen ihrer Produkte SWIFT-Anbindungen anzubieten. BELLIN zählt zu diesen exklusiv ausgewählten Anbietern seit der ersten Stunde. Über unsere Technologie haben bereits mehr als150 Unternehmen Zugang zum SWIFT-Netzwerk erlangt. Von dieser kostengünstigen Anbindungsoption profitieren sowohl Unternehmen mit Umsätzen unter EUR 100 Millionen als auch Großkonzerne mit Umsätzen in Milliardenhöhe. Das SWIFT-Onboarding ist standardisiert und ebenso effizient wie bezahlbar, benutzerfreundlich und einfach zu implementieren.

Vor über einem Jahr starteten wir ein Projekt, das es unseren Kunden ermöglichen soll, KYC-Anforderungen digital nachzukommen und manuelle Tätigkeiten zu reduzieren, insbesondere mit Blick auf Unterschriftsberechtigungen. Dabei hat das Unternehmen weiter die volle Kontrolle über sämtliche Dokumente und persönlichen Daten. In beiden Fällen verbleiben die Daten im Treasury-System, wo die Unterschriftsberechtigungen ohnehin gepflegt werden. Wir müssen sicherstellen, dass die zur Verfügung stehenden Daten elektronisch von den Banken übertragen werden können – über SWIFT – an die Datenbank, die Unternehmen neu zur Verfügung steht. So kann die SWIFT-Anbindung optimal genutzt werden. Das unterstreicht auch, wie wichtig es ist, im gesamten Unternehmen eine einzige, weltweite Zahlungsverkehrsplattform zu nutzen, sodass alle Mitarbeiter von der Anbindung profitieren können.  

Die Daten werden in der Anwendung gespeichert und überprüft. Anschließend kann Blockchain-Technologie angewendet werden, um zu verhindern, dass Daten manipuliert werden, bevor sie die Datenbank des Empfängers errreichen (z.B. bei SWIFT). Die gleichen Möglichkeiten werden für Unterschriftsberechtigungen gelten, die nicht in der SWIFT-Datenbank enthalten sind, aber häufig aktualisiert und mit den Banken ausgetauscht werden müssen (wiederum über SWIFT).

Zusammenfassung

  1. Unternehmen, die einen eigenen SWIFT Code erlangen, werden Teil einer exklusiven Gruppe und dürfen sich über enorme, konzernweite Vorteile freuen.
  2. Diese Unternehmen pflegen ihre Daten auf ihrer Treasury-Plattform und nutzen diese Daten für Meldungen an die KYC-Datenbank. Diese Daten werden ständig aktualisiert und geprüft.
  3. Unterschriftsberechtigungen werden auf Grundlage der gleichen Technologie und des gleichen Systems digitalisiert. Dieser Ansatz wird auf große Zustimmung stoßen, nicht nur bei SWIFT (wenn dies Teil des Angebots wird), sondern auch direkt von der Bank. Papier gehört für alle der Vergangenheit an.

Es wird zwar noch eine Weile dauern, aber BELLIN, SWIFT, die Unternehmen und die Systemanbieter können sich jetzt schon freuen. Der Weg zur Digitalisierung von KYC und Unterschriftsberechtigungen ist vorgezeichnet, und wir können jetzt konkrete Schritte definieren.

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