Zentralisiertes Treasury mit dem „Payment Hub“

Eine zentrale Schnittstelle für den Zahlungsverkehr mit Load Balanced Treasury®
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BELLIN Marketing author pictureAutor: BELLIN Marketing

Der Erfolg eines Treasury steht und fällt mit den zugrunde liegenden Daten. Obwohl die Globalisierung immer weiter zunimmt und sich Unternehmen größerer Komplexität und höheren Risiken ausgesetzt sehen, sind die meisten Treasury-Abteilungen personell weiterhin eher knapp besetzt. Da Personalkapazitäten fehlen, um steigende Anforderungen beim Zusammentragen von Daten auffangen zu können, bedarf es anderer Wege, um die Korrektheit der vorhandenen Daten sicherzustellen. Durch das Aufgreifen des Ansatzes eines „Load Balanced Treasury“ und die damit einhergehenden Vorteile, in Kombination mit modernen Zahlungsverkehrstechnologien, kann ein zentraler „Payment Hub“, eine zentrale Schnittstelle im Zahlungsverkehr, geschaffen werden. So können Potenziale voll ausgeschöpft und Daten optimal zur Unterstützung des Tagesgeschäftes im Treasury genutzt werden.

Es gibt einen immer stärkeren Trend in Richtung Zentralisierung, und Treasury-Abteilungen haben innerhalb ihrer Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Im Zuge dessen übernehmen sie mittlerweile einen Großteil der früher in den Tochtergesellschaften angesiedelten Aufgaben. Allerdings erhalten sie dafür nicht mehr Personal. Bei einer Umfrage von Strategic Treasurer, der 2018 Treasury Fraud & Controls Survey, gaben drei Viertel der befragten Treasurer an, dass ihr Unternehmen in mehr als einem Land tätig ist. Bei über einem Drittel sind es 20+ Länder. Dennoch sind über die Hälfte aller Treasury-Abteilungen mit unter 6 Personen besetzt. Bei fast drei Viertel aller Treasury-Abteilungen tut sich beim Personal gar nichts, oder die Anzahl der Mitarbeiter nimmt sogar ab. Im Rahmen eines von BELLIN durchgeführten Netting-Webinars fanden wir heraus, das über die Hälfte der Teilnehmer in Organisationen tätig sind, die zwischen 10.000 und 100.000 Zahlungen pro Monat tätigen, 29% davon in 21+ Ländern. Das zeigt, wie wichtig das Thema Zahlungsverkehr für Treasurer ist.

Zahlungsverkehr: Formate und übermäßige Komplexität

Die derzeit bestehenden Netzwerke und Zahlungsverkehrsstandards alleine könnten locker eine Weltkarte füllen. Dazu kommen verschiedenste regulatorische Anforderungen (EMIR, FATF), Schwierigkeiten bei der Terminierung aufgrund von Zeitzonen sowie andere Themen.  Je mehr Unternehmen weltweit expandieren, umso mehr Zahlungsformate und Zahlungsarten kommen zum Einsatz. Das konfrontiert sowohl das Treasury als auch das gesamte Unternehmen mit einer übermäßig komplexen Sachlage.

Dabei ist die Formatumwandlung das große Thema, insbesondere im Zusammenhang mit der Nutzung von Zahlungsinstrumenten auf dezentraler Ebene. Viele Banken unterstützen EDI und SWIFT, und das schon so lange, dass alles entsprechend darauf ausgerichtet ist. Die Schwierigkeit liegt in der Einführung von ISO20022 im Zusammenspiel mit bankspezifischen Formaten sowie der Frage, wie das gemeinsam mit den alten Back-End-Systemen bewältigt werden kann. So ist eine Situation entstanden, in der es selbst im Rahmen von ISO20022 weiterhin bankspezifische und länderspezifische Abweichungen gibt.

Die gleichen Schwierigkeiten stellen sich im Zusammenhang mit Reporting. In Unternehmen werden parallel verschiedene ERP-Systeme oder Buchhaltungssysteme genutzt, die teilweise bestimmte Formatanforderungen stellen. Wenngleich MT940/MT942 (die am häufigsten genutzten Formate für Auszüge vom Vortag bzw. tägliches Reporting) sowie BAI Reporting mittlerweile relativ standardisiert sind, gibt es insgesamt nach wie vor eine Vielzahl an bankspezifischen Formaten.

Die Krux liegt in der zunehmenden Technisierung. Der Trend geht dahin, Systeme zu automatisieren und so Informationen abzugleichen. Hier liefern die Formate nicht immer ausreichende Informationen, um eine entsprechende Zuordnung vornehmen zu können. Gleichzeitig werden Daten teilweise abgeschnitten. Die Umwandlung ist daher nicht einfach, und man muss sich dessen bewusst sein, dass es bei der Konvertierung beispielsweise eines MT101 Formats in ein lokales Format immer einen gewissen Datenverlust gibt. Insgesamt entsteht so eine für Treasurer übermäßig komplexe Situation.

Payment Hub: alle in einem Treasury Management System

Wer unseren letzten Beitrag zu Load Balanced Treasury gelesen hat, weiß bereits, dass dieser Ansatz darauf abzielt, Lösungen für die Themen Aggregation und die Verarbeitung von Informationen aufzuzeigen. Es ist nach wie vor viel zu häufig der Fall, dass unterschiedliche Standorte sich unabhängig voneinander um ihre eigenen Belange, Bankverbindungen oder um das Datensammeln von Finanzinstituten kümmern. Diese Daten müssen dann gebündelt an die Zentrale geschickt werden, welche die erhaltenen Daten entsprechend aufdröseln und in die zentralen Planungstabellen des Unternehmens eintragen muss. Selbst in Firmen, die ein unternehmensweites ERP-System einführen, verteilt sich wirkliche Transparenz auf verschiedene E-Banking-Plattformen weltweit, und viele Teilnehmer benötigen eigene Inhouse-Lösungen oder Drittanbieter-Software. Diese alternden, unflexiblen und nur schwer integrierbaren Systeme sind oft keine adäquate Lösung für die Hauptprobleme Aggregation und Informationsverarbeitung.

Load Balanced Treasury verleiht der Arbeit der Tochtergesellschaften eine ganz neue Bedeutung, indem Tätigkeiten vor Ort anhand von wirklichkeitsgetreuen und akkuraten Daten im zentralen Treasury abgebildet werden. Den Tochtergesellschaften werden die nötigen Tools zur Verfügung gestellt, und Straight-Through-Processing sorgt dafür, dass Daten in einem zentralen System abgebildet werden. Das vereinfacht das Sammeln von korrekten Daten und die Aggregation. Mit diesem zentralisierten Ansatz liegen alle Daten an einem Ort vor, und die Tochtergesellschaften sind motiviert, sich an dem Prozess zu beteiligen. Das wiederum sorgt für Verbesserungen im Hinblick auf Compliance und die Verschlankung von Prozessen, und es muss wesentlich weniger Zeit darauf verwendet werden, Daten zusammenzutragen und zu übertragen. Load Balanced Treasury steht für Transparenz, vereinfachtes Forecasting, Risikomanagement und Überprüfbarkeit/Compliance.

Load Balanced Treasury in Aktion: integrierte zentrale Banking-Schnittstelle

Ein „Banking Hub“, eine zentrale Banking-Schnittstelle, entsteht durch den Einsatz eines Systems, mithilfe dessen Zahlungsaufträge aus evtl. verschiedenen Quellen verarbeitet werden können. Hier werden z.B. Formate umgewandelt sowie Zahlungen überprüft und freigegeben (z.B. über SWIFT, eine Host-to-Host-Anbindung oder EBICS). So können Zahlungsaufträge gesammelt, in die richtigen Formate gebracht und der Versand der Daten automatisiert werden. Das hat enorme Vorteile.

Transparenz

Hierbei handelt es sich soz. um das „Herzstück“ des „Load Balanced Treasury“-Ansatzes, da an zentraler Stelle für Transparenz gesorgt wird, ohne dass die entsprechende Arbeit auf zentraler Ebene anfällt. Die Gesellschaften und Geschäftsbereiche können im TMS oder einem angeschlossenen System ihre Aufgaben erledigen, und die Zentrale hat jederzeit den Überblick.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass für Themen wie Kontomanagement, Zahlungsverkehr, Kontoauszüge etc. zentrale Speicherorte geschaffen werden können. So können Prozesse im Hinblick auf die Liquiditätslage automatisiert und das unternehmensweite Forecasting präzisiert werden. Das wiederum erleichtert Finanzierungsentscheidungen. Mit Weniger erzielt man mehr, da keine Kräfte mehr darauf verwendet werden müssen, Informationen zusammenzutragen und zu verarbeiten.

Betriebliche Vorteile

Auch mit einer zentralen Schnittstelle können Zahlungen weiterhin dezentral ausgeführt werden. Gleichzeitig besteht zentrale Kontrolle im Hinblick auf Benutzerrechte sowie vollständige Kontrolle von Zahlungs- und Reporting-Zyklen. Das stellt einen riesigen Vorteil dar. Gleichzeitig sorgt eine vollständige Kontrolle der Benutzerrechte für verbesserte Compliance. Es können sogar verschiedene ERP-Systeme und Reporting-Formate verwaltet und die entsprechenden Formate normiert und konsolidiert zurück ins ERP-System gestellt werden. Weniger Zeit für die Datenerfassung, mehr Zeit für gute Entscheidungen.

Wirtschaftliche Vorteile

Sämtliche Gesellschaften können sofort das Angebot neu angebotener Banken nutzen. Alle Geschäftsbereiche sind eingebunden, und eine Ausweitung auf die gesamte Gruppe ist schnell möglich. Eine zentrale Banking-Schnittstelle kann darüber hinaus als eine Art „Sammelstelle“ fungieren, indem Zahlungsaufträge bis zu einem bestimmten Datum gesammelt werden.  Das senkt die mit dem Zahlungsverkehr verbundenen Kosten und kann dazu beitragen, die Kosten im Zusammenhang mit der Pflege/dem Aufbau von bankspezifischen Formaten für länderspezifische Systeme einzusparen.

Risikomanagement

Zu guter Letzt ist eine zentrale Banking-Schnittstelle auch eine Form der Betrugsprävention, da Daten aus verschiedenen Systemen analysiert werden, bevor sie verarbeitet werden. Im Hinblick auf Datenergänzung und Datenanreicherung sorgt die Tatsache dafür, dass nur zuvor genehmigte Quellen Beachtung finden – jene, die entsprechend angebunden sind.

Das Treasury im Rampenlicht

Eine zentrale Banking-Schnittstelle verbindet Load Balanced Treasury mit Technologie und liefert so Unterstützung für das Treasury. Angesichts der Tatsache, dass das Thema Zahlungsverkehr zunehmend komplexer wird, die Treasury-Abteilungen aber nicht mehr Personal erhalten, ist es unabdingbar, dass Treasury-Abteilungen die Anforderungen des Unternehmens im Bereich Zahlungsverkehr ebenso verstehen wie die dahinter stehenden Technologien. Nur so kann die derzeit herrschende übermäßige Komplexität gebändigt werden.

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