Video: Technologie als Rettungsanker für Corporate Treasurer? (EN)

Does technology offer a lifeline to corporate treasurers flying blind_HEADER
Kelly Lübbers author pictureAutor: Kelly Lübbers

Das Treasury verändert sich gerade in einem rasanten Tempo, und neue technologische Innovationen verändern damit auch die Rolle des Treasurers. In diesem Interview mit dem Expertenmagazin World Finance, das im August 2015 in den London Stock Exchange Studios gefilmt wurde, erklärt Martin Bellin, warum Treasurer ständig vor der Herausforderung stehen, aktuelle Daten zu sammeln und wie Technologie diesen Prozess vereinfachen kann. Hier geht es zum Video direkt bei World Finance.

Transkription

World Finance: Die Treasury-Welt verändert sich gerade in rasantem Tempo, und gerade neue Technologien verändern den Arbeitsalltag und die Rolle von Corporate Treasurern. Ich habe heute Martin Bellin von BELLIN zu Gast, einem führenden Anbieter von webbasierter Treasury-Software. Herr Bellin, lassen Sie uns zunächst auf die Veränderungen und neuen Herausforderungen im Treasury eingehen.

Martin Bellin: Wenn man eine Weile zurückblickt, kann man feststellen, dass das Treasury heute in vielen Unternehmen zur Zentrale für alle Finanzaktivitäten geworden ist. Früher war Treasury mehr eine Art „Anhängsel“ der Buchhaltung und ähnlicher Abteilungen und wurde nicht als wichtiges Thema eingestuft.

Mittlerweile ist Treasury ins Zentrum gerückt und erhält in Unternehmen immer mehr Bedeutung. Es haben sich Abteilungen gebildet, Treasury ist zu einem wichtigen Teil der Corporate-Finance-Welt geworden und wird auch in Zukunft für immer mehr Aufmerksamkeit sorgen. Das gilt vor allem deshalb, weil sich das Treasury nicht mit bestimmten juristischen Personen oder einzelnen Unternehmenseinheiten befasst, sondern den gesamten Konzern, die ganze Gruppe an Gesellschaften, im Blick hat.

Dadurch brechen die Barrieren zwischen den einzelnen Gesellschaften , Abteilungen und juristischen Personen weg, indem man sich auf weltweit agierende Unternehmen, auf eine globale Sichtweise, konzentriert. Genau das ermöglicht globale Unternehmen, und Unternehmen konzentrieren sich immer häufiger und immer intensiver auf ihr internationales Geschäft.

World Finance: Und welche Rolle spielt BELLIN bei all dem?

Martin Bellin: Als ich dieses Unternehmen gegründet habe, war mir dieses Szenario bereits bewusst, und meine Idee, eigentlich meine Herausforderung damals war es, eine Umgebung aufzubauen, in der ich alle Gesellschaften einen Unternehmens kontrollieren kann. Also nicht nur meine Finanzierung und meine Treasury-Aktivitäten und mein zentrales Treasury, sondern das große Ganze – dafür gab es damals keine Mittel und Systeme, da dahinter Technologie steht.

Wir brauchen Technologien, um weltweit Daten sammeln zu können. Daher entwickelte ich – bzw. versuchte ich es , zumindest am Anfang – eine Systemlandschaft, mit der ich an alle Daten weltweit herankommen würde.

Wenn ich jetzt diese Daten per Knopfdruck zur Verfügung habe, kann ich mich um genau das kümmern, für was ich zuständig bin: die weltweiten Einflüsse aus der Finanzwelt, das globale Finanzrisiko für mein Unternehmen im Blick zu behalten.

World Finance: Treasurer verbringen immer Zeit mit Risikomanagement, Liquiditätsmanagement und Unternehmensstrategie – was wird hier benötigt, und wie gehen Sie damit um?

Martin Bellin: Wenn Sie zurückblicken, werden Sie auf eine Umfrage stoßen, die von Gardner durchgeführt und veröffentlicht wurde. Diese Umfrage machte mir vor ein paar Jahren bewusst, dass Treasurer im Durchschnitt 75% ihrer Zeit mit Datensammeln verbringen.

Sie können sich aber sicher vorstellen, dass keiner dieser Treasurer eine Visitenkarte mit dem Titel „Treasury-Datensammler“ hat – sie sind alle Treasury Manager.

Mittlerweile stehen uns Systeme zur Verfügung, mithilfe derer die Daten aus allen Tochtergesellschaften an einem Ort zusammengefasst sind. Die Zeit, die ich in der Vergangenheit mit Datensammeln verbracht habe, kann ich jetzt für das Treasury-Management nutzen. Ich kann genau das tun, was ich eigentlich tun soll: Risiken, Liquidität, Finanzstatus und alle anderen Dinge, für die ich zuständig bin, zu managen.

World Finance: Und welche Auswirkungen haben verschärfte Regulierungen und Auflagen auf die Treasury-Branche?

Martin Bellin: Es ist tatsächlich so, dass Regulierungen und Auflagen für Treasurer Neuland sind, da es in der Vergangenheit keine Auflagen für Treasurer gab. Mittlerweile ist es aber so, dass auch Treasurer mehr und mehr von Regulierungen betroffen sind. Wir haben alle von Dodd Frank oder EMIR gehört, die Auswirkungen auf das Treasury haben.

Ich habe Bedenken, dass manche Unternehmen anfangen, Risikomanagement zu vermeiden oder so zu verändern, dass sie ihr Risiko abschwächen – weil sie sich nicht an die Auflagen halten wollen, oder sie können die Auflagen nicht erfüllen. In Zukunft wird es immer mehr Regulierungen geben, davon sind wir alle überzeugt, da die Finanzwelt aus verschiedenen Gründen reguliert werden muss, das wissen wir alle. Und genau das wird auch Auswirkungen auf Corporate Treasurer haben. Es wird Auswirkungen auf Corporate Treasurer haben, die die Auflagen erfüllen müssen.

Wie erfülle ich diese Auflagen? Durch die Einführung passender Technologien – dadurch muss ich nicht mehr Daten für die benötigten Berichte und für all diese mittlerweile regulierten Sachen sammeln. Daran müssen wir uns auch in der Treasury-Welt gewöhnen, und wir müssen die Systeme implementieren, die die Compliance unterstützen.

World Finance: Wenn man Treasury aus einem globalen Blickwinkel betrachtet, wie wichtig ist hier eine Vernetzung?

Martin Bellin: In der Geschäftswelt dreht sich alles um Informationen. Je mehr Wissen man hat, desto einfacher laufen Geschäfte. Denken Sie z.B. an einen Piloten – ich bin heute Morgen nach London geflogen, stellen Sie sich vor, der Pilot wäre ohne Navigationsinstrumente geflogen, hätte nicht gewusst, wo er hinfliegt. Oder auch der Kapitän eines Schiffes, wenn der nicht wüsste, wo er hinfährt, würde er schnell in Schwierigkeiten geraten. Genau dasselbe gilt im Treasury.

Wenn ein Treasurer nicht alle Informationen hat, um ein Unternehmen zu führen – wie soll das dann gehen? Die Frage ist, welche Rolle Technologien für die Zukunft des Treasury spielen. Ich brauche Systeme, ich brauche Informationen – ich brauche alle Informationen in Echtzeit, um das zu tun, was ich eigentlich tun soll: das Risiko in meinem Unternehmen steuern, immer im Sinne meines Unternehmens.

World Finance: Eine letzte Frage: Welche Entwicklungen sehen Sie im Treasury in den nächsten Jahren und welche Trends werden besonders wichtig  sein?

Martin Bellin: Ich sehe verschiedene Trends. Zunächst einmal gibt es Unternehmen, die jetzt bereits eine professionelle Treasury-Abteilung haben und ihre momentane Organisation überdenken. Sie haben jetzt die Möglichkeit, bestehende Strukturen zu festigen. Sie haben Zahlungssysteme eingeführt, Risikomanagement-Systeme, Planungssysteme, all solche Dinge. Jetzt gibt es Systeme, die das alles in einem vereinen. Das ist einer der Trends.

Ein anderer Trend ist, dass sich immer mehr Unternehmen bewusst werden, dass das Treasury für ihre Finanzen eine Schlüsselrolle spielt – und sie beginnen gerade erst damit, Systeme zu implementieren und eine professionelle Treasury-Abteilung aufzubauen. Das ist die wichtigste Auswirkung und die wichtigste Änderung für die Zukunft, weil es immer noch zu viele Unternehmen gibt, die Treasury nicht als Teil ihres Finanzwesens sehen.

Als drittes haben wir nun die Möglichkeit, unsere Leistungsfähigkeit im Treasury zu erhöhen – was heißt das? Wenn ein Unternehmen möchte, dass sein Treasury global aufgestellt ist, muss es internationalen Zahlungsverkehr geben. D.h. es muss eine einzige Plattform exitieren, auf der die Zahlungen aller Tochtergesellschaften in der ganzen Welt abgewickelt werden können. Jetzt, wo diese Kommunikationsmöglichkeit besteht, implementieren immer mehr Unternehmen einen solchen bankenunabhängigen Knotenpunkt für den Zahlungsverkehr.

Dank eines solchen Knotenpunktes kann auf professioneller Ebene mit den Banken kommuniziert werden. Dadurch ist viel mehr möglich als nur die Abwicklung von Zahlungen – es sind auch Bestätigungen für Finanz-Deals und eine Reihe an anderen Arten von Deals möglich, die alle über die gleichen Kanäle laufen können. Die Zukunft für das professionelle Corporate Treasury ist vielversprechend mit verstärkter Automatisierung, einheitlichen Plattformen und Effizienz bei Geschäften, bei allen Geschäften und im ganzen Unternehmen.

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