About Dentsu Aegis Network:
Auch wenn der Name nur wenigen bekannt ist, so ist Dentsu Aegis Network eine der weltweit führenden Medien- und Digitalagenturen mit einem Jahresumsatz von über GBP 20 Mrd. und einem weltweiten Netzwerk, das über 110 Länder abdeckt und mehr als 35.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die frühere Aegis Gruppe wurde 2013 von Dentsu Inc. gekauft, Japans führendem Medienunternehmen mit Wurzeln bis ins Jahr 1901. Nach der Akquisition 2013 haben sich Aegis Media und das nicht-japanische Mediengeschäft von Dentsu Aegis Inc. zur Dentsu Aegis Network Gruppe vereinigt.

Treasury Profile

ADaily Cash Management

BCash Pooling

CPayment Processing

DPayment on Behalf of

ECollection on Behalf of

FSWIFT

GeBAM

HLiquidity Planning

IContract Management for Interest, Currencies

JManagement of Commodities

KTrade Finance Contracts

LCapital Markets

MRegulatory Requirements

NGeneral Risk Management

OTreasury Accounting

PStandard / Individualized Reporting

QNetting & Reconciliation

RInsurance

SMergers & Acquisitions

TInvestor Relations

 

Dentsu Aegis Network – mit dem Namen werden die meisten unter uns nichts verbinden, erst recht nicht, dass sich ein riesiger, globaler Medienkonzern dahinter verbirgt. Das Geschäftsmodell ist im Grunde ganz einfach: Der Konzern unterstützt die mediale Vernetzung von Firmen mit ihren Kunden. In dem es seine Kreativität, Expertise im Medien- und digitalen Bereich einsetzt und auf die Erfahrungen im Cross-Media-Marketing baut, kann Dentsu Aegis Network dabei helfen, dass Unternehmen mit ihren bestehenden und potenziellen Zielkunden besser und bedarfsgerechter interagieren können. Der Fokus liegt ganz klar auf innovativen Konzepten und den Bedürfnissen der Kunden. Mit diesem Ansatz ist der Konzern zu einem der führenden und am schnellsten wachsenden Marketing- und Medienunternehmen geworden.

Kunden und Konten rund um den Globus

Gemäß seinem Geschäftsmodell ist der Konzern dort aktiv, wo die Märkte sind – rund um den Globus, von Chile über Ägypten bis nach Südkorea. Das macht sich im Treasury ganz unmittelbar bemerkbar: Zum einen ist die Komplexität gerade bei der Betrachtung von Cash und Liquidität immens. Das Treasury muss nicht nur zentral sammeln, welche Cashflows für Einnahmen und Ausgaben Dentsu Aegis weltweit hat, sondern auch die Liquidität im sehr großen Unternehmensnetzwerk sicherstellen. Zum anderen zählt der Konzern etwa 2.000 Bankkonten bei über 200 Banken in mehr als 80 Ländern – ein Volumen, das ohne Systemunterstützung gar nicht mehr beherrschbar wäre.

Woraus resultieren die vielen Bankkonten und Bankenbeziehungen? Der Grund ist das dynamische Wachstum von Dentsu Aegis. Allein in den letzten 24 Monaten wurden über 60 Firmen akquiriert, und mit ihnen entsprechende Konten und Bankverbindungen. Für das Treasury Team rund um Peter Pontidas gilt es, die immer neu hinzukommenden Gesellschaften in den Konzern und das zentral organisierte Treasury zu integrieren. Gleichzeitig ist es notwendig, über ausreichend Liquidität zu verfügen, um die Akquisitionen finanzieren zu können.

"Eigentlich ist es ein niemals endender Prozess: Je mehr Bankkonten man hat, umso weniger effizient kann man seine Ressourcen einsetzen. Deshalb versuchen wir, uns auf unsere Kernbanken zu fokussieren. Wann immer wir aber erfolgreich reduziert haben, kommen mit neuen Akquisitionen weitere Bankpartner hinzu – und der Prozess geht wieder von vorne los."

Im globalen Netzwerk schlank und effizient bleiben

Angesichts der Dynamik und der großen Zahl an Konten und Banken, die es zu überblicken gilt, hat es sich Peter Pontidas zur Maxime gemacht, Prozesse in der Bankenkommunikation zu verschlanken. Er folgt dem 80-zu-20- Prinzip und strebt an, mindestens 80% des Volumens und der Bewegungen des Cash fest im zu Griff haben. Wenn dann noch Ressourcen übrig sind, wird an der weiteren Optimierung gearbeitet.

"Wir haben als internes und natürlich auch mit dem CFO kommuniziertes Ziel, dass mindestens 80% des Volumens über unsere zurzeit 17 Kernbanken abgewickelt wird.  Im Moment sind wir sogar bei etwa 85% und zielen auf 90% ab, denn wir wollen uns ja noch steigern."

Mit dem Fokus auf die Kernbanken ist ein großer Teil des Themas „Zahlungsverkehr“ abgedeckt. Daneben gibt es natürlich Ausnahmen und Sonderfälle, beispielsweise in China, wo mit speziellen Banken zusammengearbeitet werden muss, um die Steuerzahlungen abzuwickeln. Zudem hat Dentsu Aegis auch zahlreiche Banken als Kunden, und dann eröffnet der Konzern auch deshalb bei diesen ein Konto. Trotz aller Optimierung bleiben die Zahlen beachtlich: Dentsu Aegis in London bezieht täglich etwa 1.600 Kontoauszüge im Format MT940 über den eigenen SWIFT-BIC. Um die gruppenweite Liquidität zu managen, etablieren manche Unternehmen eine Inhouse-Bank im Rahmen des Treasury. Dentsu Aegis ging sogar noch einen Schritt weiter und hat zu diesem Zweck eine eigene Gesellschaft gegründet. Mit der Aegis Group Holding Limited ist die Inhouse-Bank nicht nur virtuell, sondern ganz real, und sie verantwortet als eigenständige Rechtsform die Gruppenliquidität und die Devisenrisiken. Das Liquiditätsmanagement wird mit Hilfe eines währungsübergreifenden Notional Cash Pools in den Währungen unterstützt, den es täglich zu überwachen gilt, damit die Nettofinanzierung über alle Gesellschaften gesichert und das Masterkonto jederzeit den optimalen Saldo trägt.

Entwicklungen in der Bankenlandschaft tangieren das Treasury

Neben dem Thema Inhouse-Bank spielen für Dentsu Aegis auch externe Banken als Geschäftspartner eine zentrale Rolle. Neben dem notwendigen Transaction Banking, d.h. dem klassischen Zahlungsverkehr, werden Sicherungen für Zins- und Währungsrisiken mit einem Volumen von über GBP 9 Mrd. jedes Jahr vereinbart. Das Tagesgeschäft wird dadurch erschwert, dass Prozesse bei Banken durch die steigenden regulatorischen Anforderungen immer bürokratischer werden und so die Banken oft wenig flexibel sind. Peter Pontidas braucht jedoch agile Partner, die ihm helfen, der steigenden Komplexität im Innen- und Außenverhältnis geeignet gerecht zu werden. Genau beobachtet er die Entwicklung von FinTechs, die immer mehr in das Feld des traditionellen Bankengeschäfts eindringen. Gleichzeitig stellt er fest, dass immer mehr Bank-partner sich aus dem internationalen Geschäft zurückziehen und auf ihr lokales Geschäft fokussieren.

"Die Investitionen, die Banken machen müssten, um im internationalen Geschäft technologisch mitzuhalten, sind sicherlich immens. Da kommen heute die FinTechs ins Spiel – meiner Meinung nach eine positive Entwicklung."

In jedem Fall hat der Trend Auswirkungen auf die tägliche Arbeit des Treasury Teams, das eigentlich bestrebt ist, die Bankenlandschaft trotz oder gerade wegen des Wachstums zu konsolidieren. Die Dynamik im Geschäft sorgt dafür, dass oft innovative Lösungen gefunden werden müssen, um effizient mit der Vielzahl der Banken zu arbeiten.

Pionierarbeit lohnt sich!

Während manche anderen Unternehmen gerade in den Startlöchern im globalen Banking mit SWIFT stehen, so hat Dentsu Aegis Pionierarbeit geleistet. Peter Pontidas und sein Treasury waren beispielsweise mit die Ersten, die sich für die Nutzung von SWIFT über den BELLIN SWIFT Service entschieden hatten, um Potenziale zu heben. Heute ist dieser Schritt für Dentsu Aegis schon wieder ein alter Hut: Die meisten Banken sind bereits angeschlossen, der Zahlungsverkehr für die Zentrale und die Gesellschaften wird bereits seit einiger Zeit über diesen Kanal abgewickelt. Und auch die Integration neuer Bank-partner – die Erstellung der passenden Formate und der Transfer via FileAct an den ausgewählten Bankpartner – nach Akquisitionen und der Erschließung neuer Länder ist heute eine Routine geworden.

Das stetige Wachstum des Unter-nehmens – Dentsu hat eine Wachstums-rate von 10-20% pro Jahr und hat sein Geschäftsvolumen in den letzten fünf Jahren verdoppelt – bringt auch noch andere Herausforderungen mit sich. Das Wachstum geht nicht zwingend mit einer Aufstockung von Kapazitäten in der Administration – und damit auch nicht im Treasury – einher. So muss mit dem vorhandenen Team das doppelte Volumen beherrscht werden. Doch eigentlich machen weniger die bloße Steigerung des Geschäftsvolumens, als vielmehr die Veränderung der Anforderungen an das Treasury Effizienzsteigerungen nötig, um den Ansprüchen gerecht zu werden.

"Immer häufiger wird eine zentrale Fakturierung für globale Projekte von Kunden erwartet. Ebenso werden auch die Zahlungen immer zentraler abgewickelt."

Die angrenzenden Abteilungen gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass das Treasury diese Anforderungen reflektiert und Unterstützung bereitstellt. Procurement, Transfer-Pricing, FX-Risiken – alles Arbeitsgebiete, zu denen das Treasury viele Schnittstellen hat, die aber in Summe mit ihren Wünschen und Anforderungen die ohnehin hohe Komplexität in dem diversifizierten Unternehmen dramatisch erhöhen.

Es liegt auf der Hand, dass auch in diesem Bereich der Einsatz von Systemen für ein effizientes Management unerlässlich und ein ganz wichtiges Thema für die Treasury-Abteilung ist.

Stark eingebunden und immer gefordert

Die Treasury-Abteilung selbst gewinnt auf Grund ihrer breiten Vernetzung im Unternehmen an Bedeutung. Sie ist inzwischen in Meetings zu ganz unterschiedlichen Belangen des Unternehmens eingebunden: Ob es sich um Fragen im Grundgeschäft handelt, ob Steuern betroffen sind, weitere M&A Aktivitäten angedacht werden – das Treasury ist immer mit am Tisch und spielt eine wortwörtlich entscheidende Rolle im Konzern – eine Rolle, auf die Treasury-Abteilungen in anderen Unternehmen erst hinarbeiten. Die umfassende Beteiligung hat allerdings auch den Nachteil, dass das Team immer mehr Zeit in Meetings und Besprechungen verbringt, und zusätzlich auch für Rat zu den verschiedensten finanziellen Fragestellungen bereitsteht. Daneben muss Peter Pontidas sein Tagesgeschäft und, nicht zu vergessen, die oft kommunikationsintensive Betreuung der aktuell über 15 Kern-banken leisten.

Spätestens jetzt haben wir fast schon ein schlechtes Gewissen, ihm die Zeit für das Interview zu stehlen, und schätzen seine Bereitschaft und sein Engagement umso mehr. Er bleibt entspannt und berichtet gerne über seinen Alltag und sein starkes Team, das ihm im Tagesgeschäft den Rücken freihält. Gemeinsam mit einer Kraft in Singapur und zwei Personen in New York zur Abdeckung aller Zeitzonen sind weitere 15 Personen in London mit spezifischen Treasury-Fragen befasst – für die Größe des Unternehmens, die Komplexität der Aufgaben und die Geschwindigkeit, in der sich Dentsu Aegis verändert, ein immer noch relativ kleines Team. Effiziente Arbeit ist nur durch die Unterstützung der gesamten Organisation möglich und gleichzeitig durch den Einsatz von geeigneten Technologien. Speziell für diesen Zweck beschäftigt das Treasury einen Experten, der die Aufgabe hat, die technologischen Möglichkeiten kontinuierlich zu eruieren und zu optimieren.

Das spiegelt den Anspruch des gesamten Treasury Teams bei Dentsu Aegis wider: immer Ausschau zu halten, wie man aktuelle Prozesse und Abläufe gegebenenfalls anders und damit viel besser machen könnte. Das erfordert Weitblick und eine ständige Veränderung der Perspektive, um nicht in Gewohntem gefangen zu bleiben. Mit diesem klaren Ansatz ist das Treasury weit darüber hinaus gewachsen, lediglich als Schatzmeister das Geld des Unternehmens zu bewachen bzw. die Liquidität zu steuern. Es wird als Berater mit seiner kompetenten Meinung hinzugezogen, als verlässlicher Business Partner im Hause, auch dann, wenn Fragestellungen mit Treasury im eigentlichen Sinn nichts zu tun haben. Peter Pontidas und sein Team sind mehr als nur eine Treasury-Abteilung, sie stärkern mit ihrer Präsenz und ihrem wertvollen Input das gesamte Unternehmen.

 

Wir lieben Treasury, und wir lieben auch Technologie! Treasury und Technologie gehen Hand in Hand. Wir brauchen technologische Tools, um Treasury genau an die Gegebenheiten anpassen und effizient managen zu können.

Peter Pontidas | Corporate Treasurer, Dentsu Aegis Network