About Schroders:
Schroders ist ein international tätiger Vermögensverwalter, der GBP 375 Mrd. betreut (Stand 30. September 2016). Dabei handelt sich um Vermögenswerte von institutionellen sowie Kleinanlegern, Finanzinstitutionen und vermögenden Kunden aus aller Welt. Bei den Investitionen kommen eine Reihe von aktiven Anlagestrategien in den Bereichen Kapitalbeteiligung, festverzinsliche Anlagen, Asset-übergreifende Investitionen, alternative Anlagen sowie Immobilien zum Tragen. Schroders hat seinen Hauptsitz in London und beschäftigt weltweit mehr als 4.000 hochqualifizierte Mitarbeiter. Das börsennotierte Unternehmen zählt 37 Standorte in 27 Ländern. Die Wurzeln von Schroders reichen bis ins Jahr 1804 zurück, als Johann Heinrich Schröder in die von seinem Bruder Johann Friedrich Schröder geführte, 1800 gegründete Firma J.F. Schröder & Co in London einstieg. Das Unternehmen konzentrierte sich vor allem auf die Finanzierung des Handels zwischen Amerika und Europa, insbesondere von Tabak, Baumwolle und Zucker, und gedieh dabei prächtig. Seit über 200 Jahren sind Innovation, Wachstum und Expansion die stetigen Begleiter von Schroders, einhergehend mit gezielten Übernahmen, dem Zusammenschluss zu Joint Ventures sowie der Erschließung neuer Märkte. Die auf Vertrauen basierende Unternehmenstradition und innovatives Denken haben das Ansehen von Schroders über die Jahre geprägt. Genau diese Werte stellen auch heute noch den Grundpfeiler für den Unternehmenserfolg dar.

Treasury Profile

ADaily Cash Management

BCash Pooling

CPayment Processing

DPayment on Behalf of

ECollection on Behalf of

FSWIFT

GeBAM

HLiquidity Planning

IContract Management for Interest, Currencies

JManagement of Commodities

KTrade Finance Contracts

LCapital Markets

MRegulatory Requirements

NGeneral Risk Management

OTreasury Accounting

PStandard / Individualized Reporting

QNetting & Reconciliation

RInsurance

SMergers & Acquisitions

TInvestor Relations

 

Schon der Bürokomplex von Schroders im ehrwürdigen Finanzdistrikt in der Innenstadt von London lässt ahnen, dass die Geschichte rund um die Aufgaben des Treasury eine besondere ist. Die ganze Atmosphäre in einem der größten Vermögens-verwalter ist ganz anders – so anders, wie es sich für eines der führenden Londoner Institute in der Finanzbranche gehört. Finanzen liegen hier in der Luft, und in diesem Umfeld wäre es wirklich ein Wunder, gäbe es nicht selbstverständlich ein professio-nelles Treasury mit einer adäquaten Systemausstattung. Was das in diesem Fall bedeutet, schildern Nick Taylor (Head of Group Capital & Treasury) und Jonathan Moore (Assistant Treasurer) im Interview auf der Dachterrasse über der Metropole London.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus?

Nick Taylor :Wir sind ein weltweit führender Vermögens-verwalter und setzen uns aus drei Geschäftsbereichen zusammen: Vermögensverwaltung, Wealth Management und Konzern. Schroders hat verschiedene „Treasury-Abteilungen“. Wir haben ein Konzern-Treasury, das sich um die Bereiche Vermögensverwaltung und Konzern kümmert (d.h. ca. 90% von Schroders). Der Bereich Wealth Management umfasst vier Banken, für die es jeweils ein zuständiges Treasury gibt, und macht die übrigen 10% von Schroders aus. Jonathan Moore und ich arbeiten für das Konzern-Treasury, wo auch tm5 eingesetzt wird. Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf die Verwaltung des eigenen Konzernvermögens von Schroders, nicht auf die Vermögenswerte der Kunden. Kundenvermögen wird von den Geschäftsbereichen Vermögensverwaltung und Wealth Management verwaltet.

Man kann sich also das Konzern-Treasury als eine Art Vermögensverwalter im Vermögensverwalter vorstellen – wir verwalten unser Eigenvermögen. Dabei haben wir die Hoheit über Cash-Bestände in Höhe von rund GBP 575 Mio. sowie ein Anlageportfolio im Wert von ungefähr GBP 1,4 Mrd. (Stand 30. September 2016). Unser Anlageportfolio entsteht im Endeffekt aus den Liquiditätsüberschüssen der Geschäftstätigkeit, die wir lieber in unser Anlageportfolio investieren statt Cash-Bestände zu halten. Ein Teil des Anlageportfolios fließt in Schroders eigene Fondsprodukte als Seed-Finanzierung für eine solide Basis im Rahmen verschiedener Investitionsstrategien.

Als Finanzorganisation sind Sie zahlreichen Vorschriften unterworfen – wie wirkt sich das auf Ihr Treasury aus?

Jonathan Moore: Wir sind eine Finanz-organisation, für die bestimmte Auflagen gelten. Unsere Hauptaufsichtsbehörde ist die britische PRA – die Prudential Regulation Authority. Auf Konzernebene unterliegen wir den Auflagen der CRD IV EU-Eigenkapitalrichtlinie und dem Regelwerk der PRA für Banken in Großbritannien. Das bezieht sich sowohl auf Kapital als auch auf Liquidität. Daher ist das Konzern-Treasury auch für den sogenannten Liquidity Adequacy Assessment Process zuständig, d.h. für die konsolidierte Risikotragfähigkeitsanalyse von Schroders. Hier werden Liquiditätsrisiken gemäß der Auflagen ermittelt, gemessen, gesteuert und überwacht.

Was ist im Hinblick auf Ihr Treasury besonders bemerkenswert? Und inwiefern ergeben sich dadurch andere Zuständigkeiten als in eher „typischen“ Unternehmen?

Nick Taylor: Wir heben uns dadurch ab, dass wir keinerlei Schulden haben und für die Verwaltung eines eigenen Anlageportfolios zuständig sind. Wie jede andere Treasury-Abteilung müssen auch wir bei Bedarf Cash zur Verfügung stellen, sowohl im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit als auch zur Finanzierung von Investitionen sowie bei Akquisitionen. Wir tätigen Payments on Behalf of für viele Tochterunternehmen, wobei die Beträge von ein paar Hundert Pfund bis hin zu ein paar Millionen reichen können. Da unser Grundgeschäft die Vermögensverwaltung ist, ist Schroders auch Mitglied bei SWIFT. Wir nutzen die SWIFT-Mitgliedschaft und -infrastruktur zur Abwicklung von Zahlungsaus- und -eingängen. Das Group Treasury hat auch einen eigenen SWIFT-BIC.

Unsere Arbeit unterscheidet sich außerdem im Bereich Treasury-Transaktionen von der anderer Treasury-Abteilungen. Da im Geschäftsbereich Vermögensverwaltung Handelsexperten sitzen, werden die meisten Handelsgeschäfte, die im Group Treasury anfallen, von dort übernommen, beispielsweise Devisenhandelsgeschäfte. Wir haben sozusagen ein „Inhouse-Handelsteam“.

Jonathan Moore: Was vielleicht auch noch erwähnenswert ist: Wir verwalten große Vermögensbestände, tätigen umfangreiche Payments on Behalf of für viele Tochterunternehmen und sind in 27 Ländern tätig. Trotzdem besteht das Group Treasury nur aus fünf Leuten. Das mag in vielen Treasury-Abteilungen von Unternehmen auch der Fall sein, aber unsere Arbeit wirkt sich bis auf das Kerngeschäft des Unternehmens zurück aus. Wir finanzieren das Geschäft. Wir müssen immer auf Unerwartetes reagieren können und sicherstellen, dass genug Cash in der richtigen Währung, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und zu einem angemessenen Preis zur Verfügung steht. Um das mit nur fünf Leuten bewältigen zu können, müssen wir sehr effizient arbeiten.

Was ist in Ihrem Treasury die besondere Herausforderung? Was beschäftigt Sie täglich?

Nick Taylor: Wir sind zwar ein Finanzinstitut, aber unser Treasury ist ein Unternehmenstreasury und nicht das einer Bank. Unser Treasury könnte ebenso gut das eines Herstellers von LKWs oder eines Maschinenbauers sein: Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass nicht harte Waren sondern Dienstleistungen im Bereich Vermögensverwaltung verkauft werden. Damit unterscheiden wir uns im Hinblick auf eine bestimmte Herausforderung eigentlich gar nicht von anderen: bei der Überwachung von Cashflows im gesamten Unternehmen zur Erstellung von Forecasts zu Ein- und Ausgaben bzw. deren Höhe und Währung. Eine weitere Herausforderung ergibt sich im Rahmen unseres Anlageportolios, das im Einklang mit den Investitionszielen und -prioritäten von Schroders strukturiert werden muss.

Welche Rolle spielen Banken für Ihr Unternehmen?

Jonathan Moore: Für Schroders und die Bestände von Schroders spielen Banken eine sehr wichtige Rolle. Wir wickeln Handelsgeschäfte mit Banken ab, sie verwahren und verwalten unsere Fondsprodukte, führen Zahlungen aus und verteilen somit unsere Fondsprodukte. Wir haben eine stark ausgeprägte und enge Beziehung zu den Banken. Und die Geschäftsbeziehung ist oft wechselseitig: Für das Konzern-Treasury sind Banken an unterschiedlichen revolvierenden Kreditlinien beteiligt, stellen Bankkonten und Depotkonten, tätigen Zahlungen und sind Kontrahenten von Handelsgeschäften.

Wie sieht das Cash Management bei Schroders aus?

Nick Taylor: Ich würde sagen, wir sind in dieser Hinsicht eher klassisch aufgestellt: Wir haben 690 Bankkonten in allen möglichen Währungen. Hier ist es eine Herausforderung für den Gesamtkonzern, Transparenz zu schaffen. Dabei hilft uns der tägliche, automatische Bezug von SWIFT MT940 Kontoauszügen in unserem TMS. Für unsere wesentlichen Währungen EUR, GBP, USD haben wir Cash Sweeps. Gleichzeitig ist Cash Management bei Schroders viel komplexer, da wir als Finanzinstitution weltweit verschiedenen Regulierungen unterliegen und entsprechend Kapital- und Liquiditätsanforderungen erfüllen müssen.

Mit welchen Veränderungen rechnen Sie in den nächsten 24 Monaten?

Nick Taylor: Wir möchten das System, das im Bereich Vermögensverwaltung für den Handel verwendet wird, mit tm5 verbinden, um ein Straight-Through-Processing für Handelsdaten im Zusammenhang mit Devisenhandels-geschäften des Konzern-Treasury zu erreichen. Derzeit müssen diese Daten noch manuell erfasst werden. So kann der Prozess zur Abwicklung der Devisengeschäfte neu aufgesetzt werden. Wir möchten die Nutzung des TMS außerdem auf den Finanzbereich ausweiten, so dass es weltweit für die Cashflow-Prognose, das Devisen-management und den Zahlungsverkehr genutzt werden wird. Eine verbesserte Cashflow-Planung wird uns dabei helfen, Liquiditätsüberschüsse schneller in unser Anlageportfolio übertragen und bessere Renditen erzielen zu können. Wie jede andere Treasury-Abteilung auch möchten wir unsere liquiden Mittel gut unterbringen und in einem von Niedrigzinsen geprägten Markt akzeptable Renditen erzielen.

Wie wird das Thema Devisenrisiken und die Absicherung des Devisenrisikos bei Schroders gehandhabt? Haben Sie da hohe Freiheitsgrade?

Nick Taylor: Schroders ist ein internationales Unternehmen, und damit einhergehen Cashflows, Aktiva und Passiva in vielen verschiedenen Währungen. Dem tragen wir mit unserer Hedging-Richtlinie Rechnung. Umsätze oder Kosten in Fremdwährung sowie Nettoinvestitionen bei Tochterunternehmen im Ausland werden allerdings nicht abgesichert. Wir hedgen Investitionen, die im Rahmen des eigenen Anlageportfolios von Schroders in anderen Währungen als Pfund getätigt werden. Denn diese ziehen ein Devisen-Exposure nach sich, das im Zusammenhang mit Investitionsentscheidungen des Konzerns und nicht im normalen Geschäftsverlauf entsteht.

Was waren die größten Veränderungen in Ihrem Treasury in den letzten 24 Monaten?

Nick Taylor: Wir haben das Konzern-Treasury und die Systemlandschaft komplett neu aufgestellt. Vor einigen Jahren führten wir im Konzern-Treasury ein Treasury System für das „klassische“ Treasury Management und gleichzeitig für die Verwaltung unserer eigenen Investitionen ein. Man versuchte, allen Anforderungen gerecht zu werden, auch beispielsweise einen Accounting Engine zu integrieren, um sämtliche Buchungen für das Rechnungswesen zu generieren oder am Ende des Tages eine Performance-Messung für das umfangreiche Investmentportfolio durchzuführen. Um beides unter einen Hut zu bringen, brauchten wir viele individuelle Programmerweiterungen, was sehr komplex und mit hohen Kosten verbunden war. Wir kauften sozusagen einen Herd und bauten ihn so um, dass er als Herd und als Kühlschrank gleichzeitig genutzt werden konnte. Wir hätten uns einfach einen Herd und einen separaten Kühlschrank kaufen sollen. Das haben wir jetzt gemacht. Nun haben wir ein Treasury System für die klassischen Treasury-Tätigkeiten und ein anderes System für unsere Investitionen.

Sie haben also unterschiedliche Erfahrungen mit Systemen sammeln können – was haben Sie daraus gelernt bzw. was würden Sie anderen empfehlen?

Jonathan Moore: Ich kann auf jeden Fall sagen, dass es ganz wichtig ist, zuerst zu überlegen, was man wirklich benötigt und was ein System überhaupt können muss. Ich kann nur empfehlen, nicht den Weg einer hochindividualisierten Lösung zu gehen. Es gibt gute, standardisierte Systeme, die genau das tun, was sie sollen, nämlich Treasury. Natürlich muss man eine gewisse Flexibilität haben und bestimmte individuelle Konfigurationen (aber nicht Anpassungen!) vornehmen können. Deshalb sind wir so zufrieden mit unserer Lösung: Es ist ein standardisiertes und gleichzeitig konfigurierbares und flexibles TMS, das auch nicht vorgibt, irgendetwas anderes zu sein. Es macht unser Leben leichter, denn wir haben nun einen akkuraten Überblick über unsere Salden, und das sofort, und müssen nicht mehr auf jeden Buchungsschnitt warten.

Nick Taylor: Meine Empfehlung ist ganz klar: Nichts verkomplizieren! Man sollte realistisch sein, was die tatsächlichen Anforderungen an das System angeht. Nichts „überkonstruieren“! Unternehmen sollten ein System wählen, das den gewünschten Prozessabläufen und der Arbeitsaufteilung Rechnung trägt. Es lohnt sich, den Anbieter zu bitten, einen Tag im Treasury des Unternehmens zu simulieren – mit detaillierten Angaben zu den Tätigkeiten und Transaktionen, die präsentiert werden sollen. Und ganz wichtig: Unternehmen sollten sich außerdem für einen TMS-Anbieter entscheiden, dessen Unternehmenskultur und Werte den eigenen nahekommen. Die Werte von Schroders sind herausragende Kompetenz, Innovation, Teamarbeit, Leidenschaft und Integrität. Das deckt sich mit den Werten von BELLIN.

Wie weit sind Sie heute im Hinblick auf die Umstellung?

Nick Taylor: Unser Ziel war es, eine Lösung zu finden, die stabil und verlässlich arbeitet, gleichzeitig einfach zu bedienen ist und die effizient implementiert werden kann. Im Grunde keine wirklich exotischen Anforderungen, aber für uns von enormer Wichtigkeit. Damit sind wir heute einen großen Schritt weiter – wir haben sowohl einen funktionierenden Kühlschrank wie auch einen Herd. Beide erfüllen die Anforderungen und tun ihre Dienste genau so, wie sie es sollen – sehr zu unserer Freude und der anderer Abteilungen auch außerhalb des Treasury. Motiviert durch unsere Erfolge wird nun auch die Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung sowohl in der Zentrale als auch in den Gesellschaften die gemeinsame Plattform nutzen, um Cashflows zu planen, Devisen zu managen und den Zahlungsverkehr abzuwickeln.

 

Wir müssen immer auf Unerwartetes reagieren können und sicherstellen, dass genug Cash in der richtigen Währung, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und zu einem angemessenen Preis zur Verfügung steht. Um das mit nur fünf Leuten bewältigen zu können, müssen wir sehr effizient arbeiten.

Nick Taylor | Head of Group Capital & Treasury, Schroders & Jonathan Moore | Assistant Treasurer, Schroders