DAW SE

Treasury in vielen bunten Farben

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„Wer ein TMS implementiert, muss sein Geschäft verstehen. Nur wer die Umstände und sein Umfeld kennt, wird qualifizierte Entscheidungen treffen und passende Lösungen finden.“
Antonio Galina | Head of Treasury, DAW SE
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Über DAW SE:

Hinter dem Namen DAW SE (Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn) verbirgt sich wortwörtlich eine bunte Palette an Produkten: Seit 1895 entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen innovative Beschichtungssysteme. Neben Farben, Lacken und Lasuren (die bekanntesten Marken sind Alpina und Caparol) findet man unter dem Dach der DAW-Firmengruppe ein großes Produktportfolio: DAW ist Innovationstreiber nicht nur bei Anstrichmitteln, sondern auch bei Wärmedämmung und Bautenschutz. Das Familienunternehmen in fünfter Generation ist heute Europas größter privater Baufarbenhersteller und Marktführer in Deutschland, Österreich, der Türkei und in Weißrussland. Mit rund 5.600 Mitarbeitern in über 40 Ländern unterhält die Gruppe 29 Produktionsstandorte und verzeichnete 2015 einen Umsatz von EUR 1,3 Mrd.

Als BELLIN 2012 zum ersten Mal DAW in der Zentrale in Ober-Ramstadt besuchte, war man überrascht über die Bandbreite der Geschäftsmodelle des Unternehmens. Dazu gehört vor allem die Herstellung von Farbe für das Malerhandwerk, also für die Profis, das über den Farbengroßhandel beliefert wird. DAW engagiert sich im Bereich energiesparender Wärmedämm-Verbundsysteme. Neben dem großen Spektrum an Beschichtungen rund um den Bau gehört auch die Gestaltungskompetenz des hauseigenen FarbDesignStudios zum Leistungsspektrum. Deutlich wird das nicht zuletzt durch deren mehrfach ausgezeichnete Farbkonzepte.

 

Starke Marken für unterschiedliche Distributionskanäle

Das Geschäft von DAW kennzeichnet eine Vielzahl an Marken, die sich sowohl an den professionellen Handwerker als auch an den Endverbraucher im Baumarkt richten. Um der vielfältigen Produktpalette gerecht zu werden, nutzt DAW unterschiedliche Distributionskanäle und engagiert sich darüber hinaus im Handelsgeschäft, was eine weitere Dimension in die Organisationstruktur des Unternehmens bringt. Die Übernahme von Großhändlern und Er-weiterungen des Handelsnetzes ziehen Veränderungen von Organisation und Geschäftsfeldern nach sich, die gleichzeitig auch Treiber für die Entwicklung und Profilierung des Treasury sind.

Vor fast vier Jahren ist Antonio Gallina als Head of Treasury bei DAW angetreten, um das damals gerade aus der Taufe gehobene Fachgebiet zu professionalisieren und optimal aufzustellen. Inzwischen befindet sich das Unternehmen seiner Einschätzung nach mitten im Prozess: Die ersten, ganz wesentlichen Schritte wurden gemacht, doch es werden noch weitere Jahre erforderlich sein, bis Antonio Gallina seine Vision erreicht hat und DAW in eine Welt begleiten wird, in der das Treasury als perfekte Inhouse-Bank agiert und allen Gesellschaften als zentraler Dienstleister rund um die ganze Palette des Bankengeschäfts zur Seite steht. Das Treasury bei DAW als junge Disziplin, die organisatorisch im Finanz- und Rechnungswesen angesiedelt ist, hat sich inzwischen als eigenständige Einheit etabliert.

 

„Buchhalter“, „Zahlenmeister“, „Geldwächter“

In den Aufgaben, die das Treasury verantwortet, spiegelt sich diese Entwicklung wider. So ist das Team auch für die Buchung der Kontoauszüge und die damit verbundene Kontierung aller Zahlungseingänge verantwortlich – eine Aufgabe, die eigentlich eher selten im Treasury angesiedelt ist. Das Treasury von DAW nimmt sie sehr ernst und hat sie fest im Tagesablauf verankert. Morgens werden alle Kontoauszüge elektronisch bezogen, zusammengefasst und an die jeweiligen Buchungskreise des im Rechnungswesen genutzten SAP übergeben. Inzwischen erfolgt eine voll automatisierte Verarbeitung der einzelnen Positionen auf den Auszügen, was die Arbeit deutlich erleichtert. Natürlich ist die Buchung der Auszüge nicht der Schwerpunkt des Treasury rund um Antonio Gallina, der sich selbst eher als „Wächter über den Geldverkehr“, als „Zahlenmeister“ und Verantwortlichen für Finanzierung und Liquidität beschreibt. Die komplette Prozessverantwortung für den Zahlungsverkehr liegt bei Gallina, ebenso wie die Aufgabe, alle Fremdwährungsgeschäfte zur Steuerung von Liquidität und zur Absicherung der entsprechenden Währungsrisiken abzuwickeln und abzuschließen. Entsprechend der breiten Aufstellung ist das Treasury darüber hinaus auch in verschiedene weitere Bereiche eingebunden, beispielsweise in Einkaufsprojekte, um die finanziellen Rahmenbedingungen für DAW dort optimal auszunutzen. Nach und nach etabliert sich die junge Einheit „Treasury“ als fester Bestandteil der Organisation. Am Ende des Tages zählt der Mehrwert, den das gesamte Unternehmen aus der Arbeit des Treasury schöpfen kann. Denn was nutzt das beste Geschäft, wenn im Ergebnis kein Geld fließt? Gerade hierbei leistet das Treasury mit seinen Erfahrungen einen wertvollen Beitrag und wird so sukzessive als wesentlicher Partner in der Finanzorganisation wahrgenommen.

Eine große Herausforderung stellt der Umgang mit den Währungen und Länderbesonderheiten dar, in denen DAW wesentliche Teile des Geschäfts betreibt. Neben Zentraleuropa spielen vor allem die Länder Osteuropas eine ganz prominente Rolle. Russland, Polen und Ungarn machen durch ein großes Geschäftsvolumen PLN, RUB und HUF zu wichtigen Währungen, gleich nach dem EUR. Auch wenn das größte Volumen nicht durch den RUB repräsentiert wird, ist in jedem Fall dieser Währung ein großes Maß an Aufmerksamkeit zu schenken. Außerdem ist DAW in Weißrussland Marktführer und spielt zusätzlich in der obersten Liga in der Ukraine mit. UK, die Schweiz oder auch Schweden sind ebenfalls wichtige Märkte, doch laufen sie aufgrund der relativ unkomplizierten Administration zumindest im Treasury schon fast nebenher.

Länderkolorit und lokale Währungen berücksichtigen

Wann immer ein neuer Standort etabliert wird, ist es DAW wichtig, in lokaler Währung zu denken und zu handeln. Das gilt sowohl für die Finanzierung des laufenden Betriebs, als auch für den Vertrieb, der oft ebenfalls nur in der Landeswährung möglich und sinnvoll ist.

Das Unternehmensrisiko selbst bleibt im Land. Das Treasury unterstützt mit seiner Erfahrung beim Aufbau der Bankenbeziehungen und gibt nicht selten auch in der Anfangsphase gegenüber den lokal vereinbarten Banklinien entsprechende Garantien.

 

Geopolitische Faktoren treiben das Tagesgeschäft

Während für viele Unternehmen entweder regulatorische Anforderungen an sie oder an ihre Partner-Banken Themen sind, so ist es bei DAW eher das geopolitische Umfeld, das in den Fokus rückt: Eine Verstaatlichung von Betrieben in Russland beispielsweise hätte dramatische Auswirkungen. In Eigenheime wird nur investiert, wenn die langfristige Perspektive gut ist. Neben den geopolitischen Fragestellungen beeinflussen auch saisonale Schwankungen, denen der Baustoffzulieferer unterliegt, die Liquidität. Die Jahreszeiten spielen trotz der breiten geografischen Aufstellung eine wichtige Rolle, denn im Winter renoviert es sich einfach nicht so gut wie im Sommer – und das tangiert auch die Cashflows und die Liquidität des Unternehmens. Ebenfalls sind die Entwicklungen in der Bankenlandschaft – etwa der Rückzug bestimmter Banken aus manchen Märkten – für DAW sehr relevant.

Zwar hat das Treasury seine Arbeit bereits vor einiger Zeit aufgenommen, doch gibt es gerade mit Blick auf die Bankenstruktur noch Optimierungspotenzial. Die Umsetzung der selbstdefinierten Bankenstrategie, die auch lokale Notwendigkeiten berücksichtigt, ist und bleibt für das Treasury eine der großen Herausforderungen – auch noch für die kommenden Monate und Jahre.

Für eine gesunde und vertrauensvolle bilaterale Beziehung zu Banken setzt das Unternehmen auf Transparenz gegenüber den Instituten, die mit ihrem Angebot eine wichtige Voraussetzung für gute Geschäfte darstellen.

 

Vereinheitlichung der bunten Zahlungsverkehrs-landschaft

Seit 2013 setzt das Treasury von DAW auf eine systemunterstützte Prozessoptimierung und kann bereits beachtliche Resultate aufweisen. Der Zahlungsverkehr ist inzwischen in Deutschland und Ländern wie Frankreich, Spanien oder Italien komplett vereinheitlicht und gemeinsam mit dem Cash Management und der gesamten Verwaltung des Bankengeschäfts zusammengeführt worden. Limite werden zentral gesteuert, auch das Devisengeschäft ist integriert. Die Zeiten, in denen das Treasury noch mit einer Vielzahl von Tabellen arbeitete, werden von niemandem vermisst. Auch der weitere Rollout in einem zweiten Schritt stellte sich weniger problematisch dar als anfangs befürchtet.

Standen zunächst die Gesellschaften der Zahlungsverkehrsharmonisierung häufig skeptisch gegenüber, insbesondere wenn es um eine gleichzeitige Einführung von Cash Pools ging, so sind die kritischen Stimmen mit den Erfolgen weniger geworden.

So werden Zahlungen vor Ort in der gemeinsam genutzten Plattform eingestellt, die Unterschriften und der Versand jedoch in der Zentrale vorgenommen. Damit sind die Zahlungsströme jederzeit vollständig nachvollziehbar, gleichzeitig ist ein verteiltes Vier-Augen-Prinzip gewährleistet.

Natürlich gibt es immer wieder Schwierigkeiten: So sind in Italien die RIBAs oder die Steuerzahlungen nur über Work-Arounds einzubinden. Die Formatvielfalt im Hinblick auf mögliche Finanznachrichten ist leider trotz Standardisierung im Zuge von SEPA und der Entwicklung von CGI immer noch sehr breit. Nicht zuletzt stoßen auch Techniken wie die Host-to-Host-Anbindungen und die Verwendung von Global EBICS gelegentlich an Grenzen und bedeuten für DAW daher mitunter eine Herausforderung. Hat man bei der Einführung noch erwartet, man würde damit das komplette Bedarfsspektrum abdecken können, so stellt das Treasury im Prozess immer wieder fest, dass mit den gewählten Kanälen 100% nicht ganz erreicht werden konnten.

 

100% zu erreichen, ist das erklärte Ziel

Treasurer Antonio Gallina hat sich gemeinsam mit seinem Team das Ziel gesetzt, Arbeitsabläufe stetig zu optimieren. Dazu gehören die Prinzipien:

  • Kenne dein Geschäft.
  • Kenne die Stellschrauben, durch die du das Unternehmen positiv beeinflussen kannst.
  • Kenne das System, denn nur so kannst du den Gesellschaften bei der Nutzung zur Seite stehen.

Gallina selbst kommt aus der Wirtschaftsprüfung und ist über das Konzernrechnungswesen und die Bilanzerstellung ins Treasury gelangt. Bei DAW genießt er die Bandbreite an Herausforderungen, die ihm dieser spannende und stets im Wandel begriffene Bereich bietet. Um den ständig neuen Anforderungen gewachsen zu sein, sind Innovationsfreude und Kreativität gefragt. Man muss mit der Zeit gehen und darf nicht stehen bleiben – ein Anspruch, der sicher nicht nur für das Treasury von DAW gilt, aber den das Team um Antonio Gallina hervorragend lebt.

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