Mondi

Treasury perfekt verpackt

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„Ich würde anderen Corporates empfehlen, einen strukturierten Nettingprozess zu etablieren. Wir sparen dadurch nicht nur Bankgebühren. Jede Gesellschaft profitiert von dem Prozess durch eine effiziente Abwicklung des Geschäfts mit anderen Gesellschaften und ist so hochmotiviert, das Treasury in allen Belangen durch die Nutzung der gemeinsamen Plattform zu unterstützen.“
Andreas Resei | European Treasurer, Mondi
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Über Mondi:

Mondi ist ein internationales Verpackungs- und Papierunternehmen, das rund 25.000 Mitarbeiter in mehr als 30 Ländern beschäftigt. Die Kernmärkte liegen in Zentraleuropa, Russland, Nordamerika und Südafrika. Mondi bietet über 100 Verpackungs- und Papierprodukte an, die zu mehr als 100.000 verschiedenen Lösungen für Kunden, Endverbraucher und industrielle Endanwendungen maßgeschneidert werden. Für Millionen von Menschen gehören Produkte von Mondi zum täglichen Leben. 2015 erzielte Mondi einen Umsatz von EUR 6,8 Mrd. und eine Kapitalrendite (ROCE) von 20,5%. Die Mondi Gruppe ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Verpackungs- und Papierherstellung tätig – von der Bewirtschaftung der Wälder über die Produktion von Zellstoff, Papier und Verbundwerkstoffen bis hin zur Entwicklung von effizienten und innovativen Industrie- und Konsumgüterverpackungen. Mondis moderne Technologien und Produkte finden sich in den unterschiedlichsten Anwendungen wie Hygienekomponenten, Standbodenbeuteln, extrastarken Zementsäcken, intelligenten Einzelhandelsverpackungen und Büropapieren wieder. Die wichtigsten Kunden sind Automobilhersteller, die Bauwirtschaft, die chemische Industrie, Druckanwender im Büro und im professionellen Bereich, Hersteller von Haushalts- und Hygieneprodukten, die Branche für Haustierprodukte, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, die medizinische und pharmazeutische Industrie sowie Verpackungs- und Papierveredler.

Auch wenn es uns meist gar nicht so bewusst ist, begegnen wir Produkten von Mondi im Alltag an vielen Stellen. Aus über 100 Verpackungs- und Papierprodukten werden für Kunden und Endverbraucher mehr als 100.000 unterschiedliche Lösungen angefertigt. So profitieren täglich Millionen von Menschen von Mondi-Produkten. Zum Angebot zählen innovative Technologien und Produkte in den verschiedensten Anwendungsbereichen: Hygieneprodukte, Standbeutel, besonders widerstandsfähige Zementsäcke, praktische Einzelhandelsverpackungen oder Geschäftspapier. Hauptabnehmer sind u.a. die Branchen Automobil, Bau, Chemie, Lebensmittel und Getränke, häusliche Pflege und Körperpflege, Gesundheit und Pharmazie, Verpackung und Papierverarbeitung, Haustiere, Bürobedarf sowie die professionelle Printbranche. Für Mondi stellt Nachhaltigkeit eine gewinnbringende Geschäftsstrategie dar, die die tägliche Arbeit der Menschen prägt. Im Rahmen dieses Ansatzes bemüht man sich, aus Weniger Mehr zu machen, effizienter mit Ressourcen umzugehen und noch stärker nachhaltige Lösungen anzubieten.

Mondi ist ein internationales Unternehmen mit über 100 Produktionsstandorten. Daher ist es beispielsweise eine ganz wesentliche Aufgabe des Treasury, das dadurch entstehende Devisen-Exposure in den Griff zu bekommen und das Hedging pragmatisch durchzuführen. Auch Themen wie Liquiditätsmanagement, die Nutzung diverser Cash Pools sowie die konzernweite interne Unternehmensfinanzierung und monatliche Nettingläufe stellen sich vor dem internationalen Kontext als herausfordernd dar. Deshalb waren wir auf unser Treffen mit Mondi in Wien und das Gespräch mit Andreas Resei, European Treasurer des Unternehmens, sehr gespannt. Doch bevor wir weiter in die Details einsteigen, stellt sich eine ganz wesentliche Frage: Wieso treffen wir Herrn Resei ausgerechnet in Wien?

 

Mit Teamwork die Finanzen einer großen Gruppe managen

Die Gruppe teilt sich organisatorisch auf: Während sich das Headquarter in Südafrika befindet, ist die Gruppe sowohl in Johannesburg als auch in London an der Börse notiert. Mondi Europe & International hat seinen Hauptsitz in Wien, aber an dieser Stelle wollen wir uns vor allem mit der Treasury-Abteilung beschäftigen. Deren Team ist auf zwei Standorte verteilt, zum einen Addlestone, im Einzugsbereich von London, sowie Wien. Die Teams bilden eine gemeinsame Abteilung, wobei Addlestone hauptsächlich für externen Handel und Finanzierung zuständig ist. Darunter fällt auch die Zuständigkeit für die Inhouse-Bank. In Wien hingegen kümmert man sich um die Treasury-Aktivitäten, die das operative Geschäft betreffen. Schon diese Aufteilung weist auf die Komplexität der Konzernstruktur hin. Die regionale Verteilung der Aufgaben in Kombination mit den verschiedenen Produktsparten je nach Art des Produktes macht Mondis Organisation sehr vielschichtig. Alle diese Themen wirken sich am Ende des Tages auch auf die Arbeit im Treasury aus.

Teamwork ist bei Mondi nicht nur erforderlich, sondern Philosophie: Im Group Treasury in London arbeiten neben dem Group Treasurer drei Personen an der Optimierung der gesamten Finanzierung der Gruppe und an dem dafür wichtigen externen Credit Rating. Das Team in London führt außerdem den gesamten externen Handel und die damit verbundenen internen Geschäfte mit den verschiedenen Gruppengesellschaften durch. Die andere Hälfte des Treasury Teams mit vier Personen sitzt in Wien. Von dort aus werden die insgesamt elf verschiedenen Cash Pools aufgebaut und gesteuert – in jeder relevanten Währung einer. Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Verwaltung der CO2 Emissionsrechte, die bei der aktuellen Energiepolitik in Europa eine immer bedeutendere Rolle einnehmen. Denn die Herstellung von Papier ist extrem energieintensiv, weswegen Mondi CO2-Emissionskredite zugeteilt werden, die verwaltet werden müssen. Abgerundet werden die Verantwortungsbereiche in Wien mit dem vor einigen Jahren fest etablierten Prozess rund um die Abstimmung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus konzerninterner Lieferung und Leistung. Das Ergebnis wird jeden Monat in ein Netting überführt und über die Inhouse-Bank in London ausgeglichen und verrechnet.

 

Hohe und langfristige Investitionen meistern

Neben den klassischen Disziplinen Cash Management und Währungsmanagement steht in den Aufgaben des Treasury die Bereitstellung von kostengünstigen Finanzierungen für die Gruppe ganz klar auf Platz eins. Die Werke, in denen Papier und Verpackungen hergestellt werden, erfordern langfristige und umfangreiche Investitionen. Eine neue Papiermaschine kann schnell einmal über EUR 300 Mio. kosten. Verpackungsmaschinen sind zwar etwas günstiger, doch immer noch sehr kapitalintensiv. Mondi hat seit 2008 über EUR 3,8 Mrd. in entsprechende Projekte investiert, und für die kommenden Jahre sind weitere Ausgaben in Höhe von jährlich über EUR 500 Mio. geplant. Zu diesen Investitionen kommt die Tatsache, dass Mondis Wachstum auch mit Akquisitionen einhergeht. So wurden seit 2007 EUR 1,9 Mrd. für die Übernahme anderer Unternehmen ausgegeben. Es ist die Aufgabe des Treasury sicherzustellen, dass jederzeit ausreichend Liquidität zu bestmöglichen Konditionen verfügbar ist – eine Aufgabe, die für das erfolgreiche Wachstum und die Geschäfte der Gruppe von entscheidender Bedeutung ist. Im Rahmen dieser Verantwortlichkeiten ist das Treasury auch für das Investment-Grade-Rating zuständig, das Mondi Zugang zum Anleihenmarkt bietet und damit auch zu langfristigen, preislich interessanten Finanzierungsmöglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit internationalen Kernbanken im Rahmen einer währungsübergreifenden, revolvierenden Kreditlinie bringt weitere Liquidität.

 

Das Herzprojekt: gruppenweites Netting

Auf einen Prozess ist das Team in Wien besonders stolz: die Umsetzung des Netting. Der damit verbundene automatisierte, ganzheitliche Ablauf hat die Arbeit im Treasury und in den Gesellschaften stark vereinfacht und vorangebracht. Der etablierte Vorgang einer lösungsorientierten, kooperativen und im Ergebnis bilateral – im Interesse beider Gesellschaften – abgestimmten Verrechnung erzeugt intern eine positive Dynamik und motiviert alle Beteiligten. Hat man noch bei der ursprünglichen Etablierung des Netting viel über Zeitpunkt und Ablauf im Falle einer Eskalation von unlösbaren Fällen gesprochen, so ist dies nun, einige Jahre später, vollkommen nebensächlich. Alle Geschäftseinheiten haben sich nicht nur an den Prozess gewöhnt, sie wollen ihn auch auf keinen Fall mehr missen. Der Aufwand in der Abstimmung wird dramatisch reduziert. Gleichzeitig gehören unabgestimmte Salden auf konzerninternen Konten in der Abstimmung von Mondi und deren Gesellschaften der Vergangenheit an. Im monatlichen Abrechnungszyklus erfolgt zwischen den über hundert an das Netting angeschlossenen Gesellschaften die Abstimmung der konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten auf Belegebene.

 

Interne Verrechnung über die Inhouse-Bank

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten der jeweiligen Gesellschaften in Fremdwährung werden an das Treasury gemeldet. In der zweiten Monatshälfte findet die Berechnung der Nettoausgleichsbeträge in den jeweiligen Währungen für das finale Netting Statement statt. Anschließend ist es die Aufgabe der Inhouse-Bank, die auf dem Statement ausgewiesenen Beträge – soweit rechtlich zulässig – über Buchungen auf den Verrechnungskonten auszugleichen. Eine wichtige Maßgabe im Konzern ist, dass die Finanzierung der Gesellschaften immer in Landeswährung zu erfolgen hat. Deshalb wird nach der Buchung der Verrechnungskonten ein „Close Out“ durchgeführt, mit dem Ziel, dass jede Gesellschaft gegenüber der Inhouse-Bank nur noch Salden in ihrer Landeswährung verzeichnet. Alle Salden auf Konten anderer Währungen, die z.B. aufgrund des Netting entstanden sind, werden zu den Tageskursen in die Landeswährung konvertiert. Zum Monatsabschluss erkennt man mit einem Blick, dass der Vorgabe der Finanzierung in Landeswährung Rechnung getragen wurde, wenn keine Salden auf Fremdwährungskonten von Landesgesellschaften verblieben sind.

 

Fremdwährungsgeschäft in Osteuropa und Russland

Mit Blick auf die Fremdwährungskonten ist Mondi eher ungewöhnlich aufgestellt: Neben den „Klassikern“ EUR und USD ist gerade PLN eine der wichtigsten Währungen. Neben GBP hat Mondi außerdem auch Währungen wie CZK, HUF, CHF und die Währungen Skandinaviens im Portfolio. Ein besonderer Schwerpunkt liegt allerdings auf Osteuropa und Russland. Der RUB eignet sich aufgrund devisenrechtlicher Regelungen Russlands weder für die Etablierung eines Cash Pools noch für die Abwicklung über die Inhouse-Bank. Da fast 80% der Produktion in Russland dem lokalen Markt zur Verfügung gestellt wird (in RUB), werden 20% exportiert und unterliegen damit Währungsschwankungen sowie devisenrechtlichen Fragestellungen und Marktveränderungen. Abgesehen von der Meldung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen des monatlichen Management-Reportings verzichtet Mondi aktuell auf eine weitergehende Planung von Fremdwährungsströmen. Dies liegt vor allem daran, dass sich die Marktpreise für die Produkte von Mondi bei einer Verschiebung von Währungsrelationen ebenfalls entsprechend verändern, denn die jeweiligen Landesgesellschaften beobachten diese Veränderungen natürlich auch und passen ihr Geschäft an. Betrachtet man die Länder, in denen Mondi agiert, wird deutlich, dass auch ein Management der finanziellen Risiken ein Thema ist, mit dem sich das Treasury im Alltag oft beschäftigen muss.

 

Immer optimal gegenüber den Banken aufgestellt

Unter dem Stichwort „Einkauf von Bankendienstleistungen“ interagiert das Treasury von Mondi mit den Finanzintermediären. Durch genaue Beobachtung der sich rasant verändernden Rahmenbedingungen im Bankensektor will sich Mondi optimal gegenüber den Bankpartnern aufstellen und immer die für das Unternehmen passenden Services nutzen.

Die recht hohe Priorität, Banken-beziehungen zu pflegen, ist der Dynamik in jüngster Zeit geschuldet: Banken ändern ihre internationale Aufstellung und Strategie, mit KYC (Know Your Customer) und Sanktionsdirektiven erhöht sich auch die Komplexität in der Kommunikation zwischen Bank und Unternehmen. Mondis Gesellschaft im Irak hatte beispielsweise ein Konto in Wien unterhalten, um dort Zahlungen in USD zu empfangen. Doch durch verschärfte Sanktionsprüfungen wurden ansonsten völlig problemlose Einzahlungen plötzlich abgewiesen. Hier musste das zentrale Treasury einspringen, um den Sachverhalt aufzuklären und die Kommunikation mit dem Bankpartner zu übernehmen. Angesichts der höheren Compliance-Anforderungen ist die Suche nach passenden Akteuren auf dem Bankenmarkt für das Team bei Mondi eine zeitintensive Aufgabe. Die Abbildung des ganz normalen Geschäfts wird mehr und mehr zu einer Herausforderung für beide Seiten, angesichts der stattlichen Zahl von 450 Konten, die in die elf Cash Pools eingebunden sind und von Mondis zehn Kernbanken bereitgestellt werden. Zusätzlich zählt Mondi mindestens noch einmal so viele Konten, die in keinen Cash Pool eingebunden werden können und durch die Tochtergesellschaften bei lokalen Banken geführt und verantwortet werden.

 

Kein Ausruhen im Payment-Bereich

Wir ahnen schon: Auch wenn Mondi gut aufgestellt ist und auf ein sehr eingespieltes Team bauen kann, will und kann man sich weder in London noch in Wien zurücklehnen. In den kommenden Jahren soll die Struktur des Zahlungsverkehrs weiter optimiert und um den Baustein „Payments on Behalf of“ ergänzt werden. Mondi beginnt diesen Weg mit zwei Gesellschaften in Skandinavien, deren Bankverbindung ohnehin neu organisiert wurde. Für diese Gesellschaft wird das Treasury Zahlungen im Auftrag ausführen. Fragestellungen, wie nach der Identifikation des Zahlungsauftraggebers, wenn die Zahlung über das Konto der Zentrale und nicht der eigentlichen Gesellschaft ausgeführt wird, oder nach der Anpassung der betroffenen Systeme sind dabei nur ein Vorgeschmack auf das, worauf sich Mondi dabei einlässt. Ist das Pilotprojekt in Nordeuropa erfolgreich abgeschlossen, könnte die anstehende Ausschreibung des kompletten Bankengeschäfts in den USA ein weiterer Anlass sein, um auch dort die Abwicklung des Zahlungsverkehrs zu optimieren. So nähert sich Mondi sukzessive dem Ziel, im Konzern nur noch ein einziges Bankkonto pro Währung für alle ausgehenden Zahlungen zu nutzen, während die Konten der Gesellschaften ausschließlich in der Inhouse-Bank geführt werden.

In den Jahren, die Andreas Resei nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit verschiedenen Aufgaben in der Bankenwelt und anschließend in unterschiedlichen Unternehmen der Papierindustrie verbracht hat, sind ihm einige Dinge begegnet, die er wohl nicht mehr vergessen wird. Er erzählt uns vom auffälligen Marktwert eines komplexen Zinsderivats, bei dem sich herausstellte, dass die Bank den Überblick über dessen Funktionsweise verloren und so schlichtweg vergessen hatte, einen Teil in die Berechnung des Wertes einfließen zu lassen. Auch die Bereitwilligkeit zur Anpassung der im Unternehmen selbst gesetzten Risikolimits auf Basis von Kennziffern wie dem Value at Risk und dem Cashflow at Risk, verblüfften ihn immer wieder und zeigte ihm, dass sich der Sinn dieser Kennziffern für das Tagesgeschäft am Ende für niemand mehr erschloss. Angesichts solcher Erfahrungen, bleibt es ihm und dem Treasury wichtig, „Simple & Elegant“ aufgestellt zu sein. Denn im Endeffekt zählt es, den Anforderungen des Unternehmens und den Heraus-forderungen der Zeit effizient zu begegnen und sich so als Service Center den Bedürfnissen des Unternehmens stellen zu können.

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