Primetals Technologies

Erstklassiges Treasury - von Null auf Hundert

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„Wir haben uns ein globales und hocheffizientes Treasury auf die Fahnen geschrieben, das die volle Verantwortung für alle Daten und Ergebnisse trägt. Das hätten wir alles nie erreichen können ohne die entsprechende Technik, vor allem in so einem kurzen Zeitraum.“
Jeremy Hamon | Head of Group Treasury, Primetals Technologies
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Über Primetals Technologies:

Primetals Technologies mit Sitz in London zählt zu den Marktführern im Bereich Baustahl und entstand im Januar 2015 als Joint Venture von Mitsubishi Heavy Industries und Siemens. Dabei hatte Siemens einst die Aktivitäten von der Voest Alpine in Linz übernommen und in den anschließenden Jahren einen globalen Konzern geformt, dessen Geschäft entlang der kompletten Wertschöpfungskette der Stahlproduktion liegt. Hingegen lag der Fokus von Mitsubishi Heavy Industries auf der Endverarbeitung des Kaltstahls. Die Verbindung beider Konzerne in diesem Segment deckt für die Kundschaft die gesamte Wertschöpfungskette von der Stahlproduktion bis zur Finalisierung des Endprodukts ab. Primetals Technologies ist sehr international ausgerichtet mit Geschäften und Niederlassungen in Asien, Europa, Nord- und Süd- Amerika. Das Unternehmen zählt 32 Niederlassungen in 20 Ländern und ca. 7.000 Mitarbeiter.

Der Name ist Programm. „Prime“ in Primetals Technologies steht für die erste Liga, für Premium-Qualität und Premium-Services. Der Metallriese ist 2015 aus einem Joint Venture von Siemens und Mitsubishi Heavy Industries gewachsen und will ein führender, innovativer und zukunftsorientierter Partner für die Industrie sein. Die Aufstellung und die erreichten Ziele im Treasury sprechen die gleiche Sprache und werden durch Jeremy Hamon, den Leiter Corporate Treasury, eindrucksvoll unterlegt.

Das Joint Venture war ein großer Schritt für viele verschiedene Beteiligte und auch kulturell eine besondere Herausforderung. Aus London heraus wurde ein völlig neues Unternehmen aus der Taufe gehoben, das Strukturen aus der Siemens-Welt mit denen des japanischen Mitsubishi Heavy Industries verbinden sollte. In Bezug auf das Treasury wurde in Jeremy Hamon und sein Team ein hohes Maß an Vertrauen gesetzt. Entsprechend viele Freiheiten haben sie beim Aufbau eines global funktionierenden, professionellen Treasury. Auch wenn das Team aus dem ehemaligen Siemens Konzern über profunde Kenntnisse und reichhaltige Erfahrungen verfügte, so galt es doch in kürzester Zeit die Aktivitäten für mehr als 30 Tochtergesellschaften aus den bestehenden Organisationen herauszulösen und diese neu zu organisieren.

 

Stand-alone: über Nacht aus den Siemens Cash Pools loslösen

Um die Grundlage für das Tagesgeschäft und für den Zahlungsverkehr zu schaffen, musste das Treasury in erster Linie Kernbanken auswählen und die erforderlichen neuen Bankkonten in 20 verschiedenen Ländern eröffnen. Das Geschäft im Unternehmen steht und fällt mit der verfügbaren Liquidität. Dies war für das Treasury Team zuvor bei Siemens allerdings nie ein bedeutendes Thema. Die Verfügbarkeit von Liquidität und die Zahlungsfähigkeit waren selbstverständlich immer gegeben, da auch die Metallsparte an die konzernweiten Cash Pools und damit an die allgemeine Liquiditätsversorgung im Großkonzern angeschlossen war.

Für die neu gegründete Gesellschaft, die für ihre eigene Ausstattung zu sorgen hat, wurde diese grundlegende Aufgabe im Treasury zu einer der elementaren Herausforderung mit höchster Priorität – nicht nur wegen des Zeitdrucks. Auch die Gruppengesellschaften mussten eingebunden werden, und nicht allen war es bewusst, was es überhaupt heißt, Kreditlinien zu etablieren. In den ersten Monaten musste das Treasury vor allem seinen lokalen Einheiten klarmachen, wie wichtig die Ausstattung mit ausreichender Liquidität, das Funding im Tagesgeschäft und eine gute Planung sind.

 

Liquiditätsplanung bekommt eine ganz neue Priorität

Die Liquiditätsplanung für Primetals Technologies ist klar und überschaubar strukturiert. Als Ingenieurdienstleister gewinnt Primetals Technologies Cashflows aus zwei wesentlichen Quellen. Zum einen werden Einnahmen aus Großprojekten generiert, wie dem Bau oder der Modernisierung eines Stahlwerks, bei denen dreistellige Millionenbeträge keine Seltenheit sind. Meist sind solche Projekte und die daraus entstehenden Cashflows in Tranchen unterteilt und lassen sich auch über längere Zeiträume einplanen. Zum anderen ist das laufende Instandhaltungsgeschäft eine relativ konstante und gut absehbare Einnahmequelle. Anders sieht es lediglich bei potenziellen Neuaufträgen aus, bei denen noch nicht bekannt ist, ob und wann diese die Kasse füllen werden. Solche Positionen in der Liquiditätsplanung zu haben, ist allerdings auch für die meisten Unternehmen üblich – soweit also alles überschaubar.

Die Komplexität ergibt sich letztlich aus den globalen Rahmenbedingungen: Stahlwerke werden nicht in den Innenstadtlagen der Industrieländer erbaut. Sie entstehen beispielsweise eher in den Randlagen der Emerging Markets, in Indien, Brasilien oder China.

Der Zahlungsverkehr in solchen Märkten ist stark reguliert, so dass der Einhaltung von Compliance-Vorschriften eine besondere Rolle zukommt. Die Liquiditätsplanung und das Funding werden dann schnell sehr vielschichtig. Nicht zuletzt, da auch die FX-Risiken in den Emerging Markets ungleich höher sind, und das Treasury Team daher eine fundierte Hedging-Strategie braucht.

China, Indien oder Brasilien – Währungssicherung will gekonnt sein!

Der Konzern generiert 40% seines Umsatzes im Euro-Raum, die somit keinem Währungsrisiko unterliegen. Die anderen 60% verteilen sich inzwischen auf sehr viele Währungen: War USD früher noch dominant, so erwarten heute immer mehr Kunden eine Angebotsstellung in lokaler und nicht selten schwierig abzusichernder Währung. Eine Kurssicherung, die in vielen Fällen notwendig ist, verursacht gerade bei dem aktuellen Zinsniveau von EUR gegenüber vielen Währungen, z.B. gegenüber RUB, erhebliche Abschläge in den Terminkursen. Die Währungssicherung macht daher neben den in Europa entstehenden Personalkosten des Engineering einen weiteren, wesentlichen Kostenfaktor aus. Das kann nicht immer vom Vertrieb nachvollzogen werden, so dass das Treasury oft im Dialog für Aufklärung und das erforderliche Verständnis sorgen muss.

Aufgrund der sehr vielfältigen Formen der Interaktion zwischen Treasury und lokalen Einheiten ist die Abteilung in der nur kurzen Zeit seit der Gründung von Primetals Technologies gruppenweit bekannt. Das Treasury hat die volle Aufmerksamkeit von vielleicht nicht allen Bereichen im Konzern, aber wohl von denen, die mit Finanzen zu tun haben. Durch die außerordentlichen Leistungen und die hohe Geschwindigkeit in der Etablierung der erforderlichen Strukturen hat sich das Treasury schneller als viele andere Abteilungen in dem neuen Unternehmen voll funktionsfähig präsentiert. So ist es intensiv in alle Themen eingebunden, in die ein Treasury eingebunden werden sollte: Nicht nur Kurssicherung und Liquiditätsplanung, sondern auch Accounting-Themen, eine geeignete Preismodellierung oder das Handling von Kreditlinien und Garantien der Muttergesellschaft stehen auf der Agenda. Jeremy Hamon und sein Team können diese Schlüsselrolle im Unternehmen nutzen, um die anstehenden Herausforderungen ideal zu unterstützen, den „Organismus“ zusammenzuhalten und an ganz vielen Schnittstellen für einen ungestörten und reibungslosen Ablauf zu sorgen.

Das Treasury als Türsteher zum Schutz des Unternehmens

Das Treasury agiert für Primetals Technologies wie ein Türsteher – eine Abteilung, die aufpasst, dass die vielen und teils auch dramatischen Einflüsse in der finanziellen Außenwelt dem Inneren des Unternehmens nicht schaden, so dass es in seinem Kerngeschäft davon unbeeindruckt agieren kann. Die Gründung einer eigenen Finanzgesellschaft war beispielsweise eine solche Schutz-Maßnahme. Diese operiert aus London heraus, denominiert allerdings in EUR – nicht etwa in GBP wie die Hauptgesellschaft – und sichert nun alle Risiken gegen diese Währung ab. Diese Maßnahme führte dazu, dass an einem einzigen Tag über 3.000 offene Devisengeschäfte, die im Rahmen der EMIR-Meldepflicht bei den Trade Repositories unter dem Namen der alten Gesellschaft bereits gemeldet waren, wieder storniert wurden und unter der neuen Finanzgesellschaft neu und in EUR gemeldet werden mussten. Ein enormer Aufwand, der sich jedoch kurzfristig gesehen bereits gelohnt hatte. Wenige Wochen vor der Entscheidung zum Brexit war alles abgeschlossen, und die darauf einsetzenden Verwerfungen zwischen GBP und anderen Währungen gingen damit an Primetals Technologies einfach vorbei.

Alles „Prime“ – Treasury bis zur Perfektion bringen

Das global aufgestellte Treasury von Primetals Technologies umfasst zwölf Personen, sechs davon im Headquarter in London und jeweils zwei Mitarbeiter in Brasilien, Indien und China. Gemeinsam optimieren sie die Liquiditätssteuerung über Cash Pools in sieben Währungen und mit zwölf angeschlossenen Ländern, sichern die Devisenrisiken in allen Märkten und gewährleisten den zentralisierten Zahlungsverkehr. Die ersten Schritte sind seit der Gründung 2015 nun gemacht, und die nächsten großen Ziele stehen bereits zur Umsetzung an. Das Treasury Team konzentriert sich auf den weiteren Ausbau der gruppenweiten Plattform für den Zahlungsverkehr. Sie soll zu einer umfassenden Collection und Payment Factory über die etablierte Inhouse-Bank ausgebaut werden. Wunsch ist es, die lokalen Konten, soweit dies rechtlich möglich ist, komplett zu schließen, sämtliche Zahlungsein- und -ausgänge ausschließlich über die Konten der Zentrale abzuwickeln und auf Intercompany-Konten zu reflektieren. Das Treasury agiert als Inhouse-Bank und kann so noch besser die eingesetzten Mittel nutzen und planen. In einem nächsten Schritt wird ein Intercompany Netting etabliert, damit nicht nur das Settlement der Ausgleichszahlungen über die Inhouse-Bank und die dort geführten Konten vorgenommen werden kann, sondern der gesamte Abstimmungsprozess zwischen den Gesellschaften miteinbezogen und mit der vollen Unterstützung aller durchgesetzt werden kann. Das alles leistet das Team von Primetals Technologies neben dem umfangreichen Tagesgeschäft – Treasury von Null auf Hundert – so ganz nebenbei.

Bei der Umsetzung der hohen Ansprüche eines weltumspannenden und hocheffizienten Treasury sind geeignete Systeme zur Unterstützung unerlässlich. Das Treasury muss die Verantwortung für Daten und Ergebnisse übernehmen, die ohne geeigneten technischen Support nicht in der Effizienz erreichbar wären. Jeremy Hamon und sein Team wollen Rahmenbedingungen in der breit gefächerten Welt von Primetals Technologies schaffen, in denen die Entscheidungen getroffen werden können, die auch zum Erfolg führen. Seine hohen Ansprüche will er keinesfalls herunterschrauben. Ihm ist es wichtig, das „Prime“ im Namen des Unternehmens auch zu 100% im Treasury widerzuspiegeln.

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