Kunst – Die BELLIN Collection

Stefan Strumbel

Broken Bells, 2014

Installation

„Broken Bells“ – so heißt Stefan Strumbels Installation aus 83 tropfenförmig angeordneten Kuhglocken. Insofern die Form des Werks an eine Träne oder einen Blutstropfen gemahnt, konterkariert es gezielt die heimelig-ländliche Konnotation der Einzelobjekte, aus denen es sich konstituiert.

Die nämliche Ambivalenz – der schon im Werkstitel beschworene Bruch – findet sich auf sämtlichen Gestaltungsebenen wieder. Die zwei Farben der Installation – das schillernde Violett der Glocken, das mit dem grellen Neonorange der sie miteinander verknüpfenden Bänder changiert – deuten das einstige Symbol ländlicher Tradition zum Versatzstück postmoderner Popkultur um. Ähnliches findet auf der funktionalen Ebene statt: Der ursprüngliche Zweck der Glocke, Orientierung zu verleihen und die Herde zusammenzuhalten, wird konsequent abgelöst durch ihre Transformation zum Kunstgegenstand.

Derart dekontextualisiert desorientiert sie den Betrachter zunächst, wirkt letztlich jedoch sinnstiftend in ihrem Verweischarakter innerhalb des Werks und darüber hinaus. So verbürgen Strumbels Kuhglocken in ihrer schieren Gegenständlichkeit ebenso Herdenzusammenhalt und heimatliche Vertrautheit wie sie in ihrer untypischen Farbgebung und Anordnung Individualität, Fragmentierung und Verfremdung repräsentieren. Der eigentümliche Kunstcharakter der „Broken Bells“ entstammt der nämlichen Brechung, indem die tradierte Bedeutung und Funktion der dargestellten Objekte gleichermaßen zitiert wie transzendiert werden.

Nach mehreren öffentlichen Ausstellungen und Privatbesitzerwechseln hat das Objekt nun in BELLIN I eine neue Heimat gefunden.

LENNART GRAU

Paradised, 2016

Öl und Acryl auf Leinwand

„Die dargestellte Person erscheint wie ein klassischer Herrscher aus dem 17. Jahrhundert, der mit seiner inszenierten Darstellung seine Macht manifestieren möchte. Die Haltung des Protagonisten ist dabei überzogen elegant. Dass er die Macht nicht aktiv sucht, sondern sich von göttlicher Instanz auserwählt wähnt, schlägt sich in der passiven Endung „ed“ des Bildtitels „paradised“ nieder. Der Titel ist eine Wortschöpfung, die einen direkten Bezug zur biblischen Geschichte des Paradieses herstellen soll (1. Buch Mose 3). Es treffen hier zwei Welten aufeinander, welche in einem Zwielicht verschmelzen: Die edlen Stoffe, die Rüstung und die Brokat-Tapete im Hintergrund stellen Attribute der weltlichen Hochkultur dar. Die exotischen Felle an den Ärmeln schaffen indes einen Übergang zu einer anderen Welt, die durch die Blätter der Monstera-Pflanze und natürlich die Schlange repräsentiert wird – ein ungezähmter, animalischer, aber auch paradiesischer Kosmos. Kompositorisch steht die Schlange im Bildmittelpunkt. Ihre Mythologie ist selbst im biblischen Sinne ambivalent und somit wiederum zwielichtig. Sie steht einerseits für die Versuchung zum Bösen, auf der anderen Seite wird sie für ihre Schläue und ihr Wissen verehrt. Sie brachte die Erkenntnis über Gut und Böse, und so versucht sich auch die zentrale Figur des Bildes, mit der Schlange geschmückt, zum Herrscher über Gut und Böse aufzuschwingen. Damit befindet sie sich dann auf der Schwelle zum Paradies. Malerisch versuche ich, auf den reliefartigen Oberflächen zwielichtige Stimmungen zu schaffen, indem ich die abstehenden Flächen als Reflektionsflächen für die umliegenden Farben begreife. So durchmischen sich die einzelnen Farbflächen und scheinen aufeinander abzustrahlen.“ – Lennart Grau

Erfahren Sie in diesem Video mehr über den Künstler.

LENNART GRAU

Cannonball, 2015

Öl und Acryl auf Leinwand

„Das Bild „Cannonball“ ist angelehnt an klassische Reiterportraits aus vergangenen Jahrhunderten. Dabei sollten neben der Überlegenheit des Reiters über das Pferd auch seine gesellschaftlichen Verdienste verewigt werden. Die heroischen Haltungen und theatralischen Posen der alten Darstellungen haben mich inspiriert, eine Art Stereotyp dieser Portraits zu schaffen. Das Gesicht des Reiters sollte deshalb auch keinen individuellen Charakter darstellen, sondern ambivalent und austauschbar bleiben. Ich versuche in diesem Bild einen Bogen zu schlagen zwischen der Inszenierung von Geschichtsbildern und der Inszenierung von Geschichten. So erinnert der Mann auf dem Pferd an den Lügenbaron Münchhausen, der ein Meister im Erfinden und Ausschmücken von Geschichten war. Er ritt einst auf einer Kanonenkugel – heute könnte „Cannonball“ der Name eines Hengstes beim Pferdesport sein. Mich interessiert die Frage, inwieweit früher die als Auftrag gemalten Portraits instrumentalisiert wurden, um Meinungen zu formen.  Ich versuche, mit den überzogenen Haltungen der Portraitierten ein gewisses Misstrauen zu wecken, das mich auch selbst quält. Dafür arbeite ich malerisch mit vielen Sinnesreizen, die den Betrachter einerseits verführen können, andererseits aber auch eine Reizüberflutung auszulösen vermögen, die wiederum sein kritisches Urteil stimuliert.“ – Lennart Grau

Erfahren Sie in diesem Video mehr über den Künstler.

Marion Eichmann

Casino Installation, 2018

Papier und Pigmenttusche

Als Marion Eichmann, damals noch Masterstudentin der Kunsthochschule Berlin Weißensee, um die Jahrtausendwende begann, ganze Räume – inklusive Tische, Stühle, Fahrräder und Menschen – in Wolle einzustricken, wurde sie über Nacht zum Star der lokalen Kunstszene. Kommerzielle Angebote folgten: BMW beauftragte die damals knapp Dreißigjährige, den Mini Cooper mittels dieser Masche in selbige einzukleiden. Manch anderer Künstler hätte es sich in dieser originellen Nische gemütlich gemacht – nicht so Eichmann: Heute erschafft sie vornehmlich filigran gearbeitete Bilderwelten aus Papierschnipseln. In monatelanger Kleinstarbeit mit Papier, Schere und Cuttermessern entstehen feinstrukturierte Flächen sowie dreidimensionale Strukturen, die Eichmanns zuvor vor Ort erstellten Skizzen ihrer Sujets detailgenau nachbilden. Daraus schafft die Künstlerin ebenso realitätsgetreue wie kunstvoll verspielte Installationen – eine Kioskfassade samt Kaugummiautomat etwa, einen Waschsalon oder eben die vorliegende Arbeit: eine Casino-Spielothek. Das in BELLIN I zu besichtigende Exterieur der Spielhalle – samt Kamera und Alarmanlage – stellt dabei nur einen Teil der noch aus diversen Spielautomaten, Türen und zahlreichen Innendeko-Elementen inklusive Gläsern, Geldscheinbündeln und glimmenden Zigaretten bestehenden Installation dar.

Was das alles mit Treasury zu tun hat? Eigentlich sollte diese Königsdisziplin der Finanzwirtschaft ja genau das Gegenteil von Zockerei sein. Fakt ist: Eine der Hauptaufgaben des Treasurers ist es, die bei finanziellen Entscheidungen anfallenden Risiken zu minimieren – etwa durch eine durchdachte Hedging-Strategie. Ohne eine solche kommt das Risikomanagement dem Zocken tatsächlich gefährlich nahe. Insofern lässt sich Eichmanns Casino-Fassade im räumlichen Kontext eines Treasury-Dienstleisters als spielerische Ermahnung verstehen: Wir müssen leider draußen bleiben!

Stefan Strumbel

Exi(s)t, 2015

Installation

Durch den persönlichen Kontakt mit dem Künstler entstand eine neue Idee: Nicht die Kunst im Atelier zu kreieren und dann an einem anderen Ort auszustellen, sondern auch Räume, die gerade durch den Neubau von BELLIN II im Entstehen begriffen waren, direkt als Installationen zu gestalten.

Der Treppenaufgang in BELLIN II, der vom Besprechungsraum mit dem Namen „Home“ ins „Heaven“ genannte Obergeschoss führt, zeigt auf der Stirnseite der Stufen den Begriff „Exit“. Geht man die Treppe hinunter, liest man auf der Trittfläche den Aufruf zu „Exist“ und wird gleichzeitig durch den Spiegel in der Mitte auf sich selbst zurückverwiesen. Über allem hängt ein in Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz lackierter, truhenförmiger Nonnenkoffer – ein antikes Möbelstück, in dem früher die Nonnen im Schwarzwald all Ihr Hab und Gut verstaut haben, bevor sie in ein Kloster eingetreten sind. Eine Schatztruhe, a treasury chest – was könnte besser zu BELLIN passen? Diese Installation ist mit Worten und auch fotografisch kaum zu erfassen, denn sie verändert sich je nach Blickrichtung und Perspektive des Betrachters. Am besten, Sie erleben diese selbst einmal live bei Ihrem Besuch auf dem BELLIN Campus.

Stefan Marx

I Trust You Will Tell Me, 2015
Lovesong, 2015

Arcryl auf Leinwand

Plakative Slogans und geistreiche Gedankensplitter, stets schwarz auf weiß gemalt (oder andersherum) – das ist die ebenso simple wie prägnante Gestaltung, an der man ein Werk von Stefan Marx sofort als solches erkennt. Der1979 in der Nähe von Kassel geborene Multikünstler kombinierte seine frühe Leidenschaft für Skaten und Sprühen mit einem Studium der Typographie und Kulturphilosophie an der Hamburger Uni für angewandte Kunst – um sich im letzten Jahrzehnt erfolgreich als Maler, Illustrator, Plattencover- und T-Shirt-Designer sowie als Dozent zu etablieren. Die beiden Arbeiten „I trust you“ und „Lovesong“ repräsentieren den Marx-typischen Mix aus Malerei, Design und Typographie, der sich wie ein roter Faden durch sein facettenreiches Werk zieht. Martin Bellin erstand sie für seine Sammlung, weil ihm ihre spielerische Mehrdeutigkeit gefiel: „I trust you (will tell me if I am making a fool of myself)“ – ich vertraue dir, dass du mir sagst, wenn ich mich zum Narren mache – lässt sich ebenso als Zuversichtsbekundung hinsichtlich der Urteilskraft eines Gegenübers verstehen wie als subtilen Abgesang auf ein Zeitalter, in dem die Schwelle zwischen Privatem und Öffentlichem mit einem einzigen Mausklick unwiderruflich überschritten ist. „Love Song“, dessen Schriftzug in seiner entzifferungsbedürftigen Verschwommenheit Klangwellen ähnelt, hängt – Martin Bellin zufolge – in der Product Management-Abteilung in BELLIN II, um die dort Arbeitenden gelegentlich daran zu erinnern, dass die Welt nicht nur aus Zahlen und Finanzen besteht.

Stefan Marx

Triptychon Treasury Island, 2015

Acryl auf Leinwand

Was passiert, wenn ein Anbieter für Treasury-Lösungen, dessen Logo so sonnengelb ist wie seine Lieblingsfarbe, einen Gemäldezyklus bei einem Künstler in Auftrag gibt, dessen Markenzeichen dicke schwarze Lettern auf weißem Grund sind (oder umgekehrt)? Die Antwort auf diese Frage hängt direkt vor Ihnen: 24 Stunden auf einer Schatzinsel, auf Englisch – hallo Wortspiel – treasure island genannt, aufgeteilt in drei Bilder, die den Tagesverlauf von Mondaufgang bis Sonnenuntergang repräsentieren. Und wer braucht schon Farbe, um Sonne, Strand und Palmen zu malen? Stefan Marx gewiss nicht: Seiner Teenagerleidenschaft fürs Skaten und Sprühen ließ der1979 in der Nähe von Kassel geborene Künstler ein Studium der Typographie und Kulturphilosophie an der Hamburger Uni für angewandte Kunst folgen. Danach etablierte er sich mit der Durchschlagskraft der großen fetten Buchstaben erfolgreich als Maler, Illustrator, Plattencover- und T-Shirt-Designer sowie als Dozent.

AARON ROSE

Rolling Thunder, 2014

Mixed Media auf Leinwand

„Vorweg – es ist eines meiner Lieblingsbilder und hat eine überaus interessante Geschichte. Eigentlich sollte es eine Auftragsarbeit für den Galeristen und Museumsdirektor Jeffrey Deitch werden, der unbedingt von mir porträtiert werden wollte. Und die Gestalt im blauen Anzug mit der gelben Brille – das ist auch auf jeden Fall Jeffrey. Doch da ich meine Arbeiten nie im Voraus plane, bekam das Bild während des Malens plötzlich einen komplett anderen Dreh. Auf einmal war es kein Portrait von Jeffrey mehr, sondern eins von mir. Es ist das einzige echte Selbstportrait, das ich je angefertigt habe. Da es in Los Angeles während der heißen Sommermonate entstanden ist, arbeitete ich meist spät nachts, weil es da kühler war. Zur gleichen Zeit fand der Supervollmond statt – eine seltene Mondkonstellation, bei der das Gestirn besonders nah an der Erde ist. Jedes Mal, wenn ich aus meinem Atelierfenster schaute, sah ich diesen riesigen Mond, der direkt davorzuhängen schien. Zur gleichen Zeit entdeckte ich eine schwarze Spinne auf dem Fußboden, deren Präsenz ich in das Portrait einarbeitete, indem ich sie mit Bedacht im Schambereich platzierte. 1986 war das Jahr, in dem ich meine subkulturellen Wurzeln entdeckte und aus irgendeinem Grund hat mich dieses Bild immer an meine Teenagerzeit erinnert. Die Rennflaggen repräsentieren den Konkurrenzkampf, die Glühbirne den künstlerischen Ideenreichtum. Es gibt auch noch haufenweise andere Symbole, deren Interpretation ich aber gern dem Betrachter überlassen würde. Der Grund, dass mir dieses Bild so viel bedeutet, ist, dass es möglicherweise eines meiner ehrlichsten ist.“ – Aaron Rose

Stefan Strumbel

Kuckucksuhr, 2014

 

Lange galten Kuckucksuhren als kitschiges Souvenir der Schwarzwaldtouristen, egal ob als handgeschnitztes Holzmodell oder billiges Plastikimitat. Stefan Strumbel hat ihnen den Kitsch ausgetrieben, sie zu berühmten Kunstwerken gestaltet und damit zu seinem Markenzeichen gemacht. Kombiniert mit Handgranaten, Totenköpfen oder Hundeknochen, lackiert in grellbunten Farben überzeichnet Stefan Strumbel Kultur- und Kultgegenstände und rückt sie in einen provokanten Kontext. Die Kuckucksuhren, wie viele andere Werke von Strumbel, reiben sich an dem Thema Heimat. Seine Frage „What the fuck is heimat?“ steht ebenso im Zentrum seines Schaffens wie seine Überzeugung: „Heimat loves you!”

Eine dieser berühmten Kuckucksuhren hängt gegenüber dem Seminarraum auf dem BELLIN Campus und ruft im Viertelstundentakt die Zeit in Erinnerung. Martin und Susanne Bellin haben diese Uhr und die Installation „Brocken Bells“ 2014 direkt beim Künstler in Offenburg erstanden. Mehr aus Verzweiflung denn aus Erwartung auf Erfolg hatten sie den Künstler angerufen, nachdem das Internet sie zuvor auf der Suche nach einer der Uhren zu Galerien nach London und New York geschickt hatte.

Als ein in der Region Schwarzwald/Baden gewachsenes und mittlerweile global agierendes Unternehmen hat für BELLIN der Wert Heimat eine wichtige Bedeutung, der dann auch im Zuge des Rebrandings Eingang in die „Mission, Vision and Values“ des Unternehmens erhalten. „Wir sind hier in Ettenheim geerdet und stolz, basierend auf unserem Selbstverständnis erfolgreich Lösungen in Unternehmen verschiedenster Kultur etablieren zu können,“ sagt Martin Bellin.

Stefan Strumbel

Wall of values, 2015

 

Als innovatives und internationals Unternehmen ist es BELLIN wichtig, neugierig zu bleiben, Herausdforderungen kreativ zu lösen, immer wieder die Perspektive zu wechseln und Gegebenes kritisch und vorurteilsfrei zu hinterfragen. Kunst gibt Anregungen, fördert die Diskussion und begegnet und auch deshalb an vielen Stellen im Unternehmen. In seinem Werk „Wall of Values“ hat Stefan Strumbel die Werte, die BELLIN in den Leitlinien des Unternehmens verankert hat, in seine Bildsprache übersetzt.

Die Werte vermitteln uns, worum es bei unserer täglichen Arbeit geht. Sie zeigen uns eine klare Richtung auf und schaffen eine Kultur, die integraler Bestandteil des Unternehmenszwecks von BELLIN ist. Alle Werte sind bewusst in englischer Sprache verfasst, um die internationale Ausrichtung von BELLIN zu unterstreichen. Unsere „Wall of Values“ zeigt unseren „Background“ und vermittelt die persönliche Seite von BELLIN.

Die wichtigsten Werte:

Teamgeist

Wir schaffen eine Team-Umgebung, in der sich jeder Mitarbeiter als wertvolles Mitglied fühlt, sich gerne einbringt und für seine Leistung anerkannt und geschätzt wird.

Stewardship

Führungsverantwortung: Wir schaffen für unsere Mitarbeiter und Kunden ein positives Umfeld, das als Grundlage für Erfolg dient.

Integrity

Integrität: Wir vertrauen den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, und wir selbst unterwerfen uns hohen Standards und Prinzipien, um dem Vertrauen gerecht zu werden, das in uns gesetzt wird.

Innovation

Wir denken anders. Wir suchen stets neue Möglichkeiten, um das Treasury voranzubringen, und wir finden Lösungen für Herausforderungen bereits, bevor diese entstehen.

Practicality

Praxistauglichkeit: Wir entwickeln benutzerfreundliche und zweckmäßige Lösungen für Menschen aller Bedürfnisprofile im Treasury.

Respect

Wir begegnen unseren Kollegen, Kunden, Partnern und Lieferanten mit Respekt und Einfühlungsvermögen. Wir schätzen kulturelle Vielfalt und unterschiedliche Ideen.

Heimat

Wir sind ein internationales Unternehmen und doch untrennbar mit unserer Heimat im Schwarzwald verbunden. Wir schätzen die damit verbundene Tradition von Handwerkskunst, Präzision und Hingabe und übertragen diese auf uns.

Mr. Ushida

Laterne, 70s

 

Der Internationalität im Treasury haben wir im Rahmen unseres Neubaus BELLIN II Ausdruck verliehen. Schaut man aus der Lobby des Gebäudes in den Innenhof, steht unübersehbar ein Totem direkt vor dem Betrachter. Sein Ursprung ist Vancouver Island, im äußersten Westen Kanadas. Er ist dort eigens für BELLIN von dem Künstler Douglas La Fortune Jr. geschnitzt worden und ziert jetzt den Garten.

Rechts neben dem Totem findet sich eine bescheiden wirkende Steinlaterne mit kleinen Holzfenstern. Auch dabei handelt es sich um die Handarbeit eines Künstlers, dessen Familie seit Generationen solche Laternen fertigt. Mr. Ushida gibt seine Laternen erst circa 50 Jahre nach Fertigstellung ab, da er selbst sagt, durch die Aufwendigkeit, Energie und Liebe, die er in jedes Detail der Laternen steckt, sind sie so wertvoll für ihn, wie eigene Kinder. Diese Laterne hier stammt circa aus den 1970ern. Daher verkauft er die Laternen auch nicht einfach, er sucht sich die „Abnehmer“ selbst aus. Sollte Mr. Ushida das Gefühl haben, jemand wird die Laterne nicht genug schätzen, gibt er vor, sie seien unverkäuflich.

Die Laterne hat ihren Ursprung in dem Ort und den Traditionen Kyotos in Japan und damit in der östlichen Hemisphäre.

Für uns sind die beiden Werke eine schöne Reminiszenz, die uns daran erinnert, dass unsere Arbeit den ganzen Globus umspannt und Anwender auf der ganzen Welt in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. Wenn Sie uns das nächste Mal besuchen kommen, werden auch Sie sich hoffentlich an beiden Werken erfreuen. Vereint ergeben die beiden Werke noch ein weiteres, wunderbares Bild: Vancouver im Westen, Kyoto im Osten – dazwischen liegt auf der einen Hälfte der Welt nur noch der Pazifik. Überträgt man das Bild auf die andere Hälfte der Weltkarte, zieht eine Linie zwischen beiden Standorten und sucht die Mitte, findet man mit ein wenig Fantasie welchen Ort? Genau: Ettenheim, „The Capital of Treasury“.

Douglas LaFortune Jr.

Totem, 2014

Vom Pazifik bis zum Schwarzwald – die 8.000 km lange Reise des Totems nach Ettenheim

Im Jahr 2014 kam die Idee auf, in Ettenheim ein Symbol für Vancouver zu schaffen. BELLIN Treasury Services (BTS) in Kanada war unser erstes internationales Tochterunternehmen und hatte über die Jahre immer wieder großen Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens. Daher lag es nahe, auch Vancouver  auf dem Campus in Ettenheim zu repräsentieren. Douglas “Bear” LaFortune Jr., der den Tsawout – einer sog. „First Nation“ und Untergruppe der Salish – angehört, wurde beauftragt, als Symbol für Vancouver einen Totempfahl für Ettenheim zu schnitzen.

Die Tsawout zählten zu den vielen Stammesgruppen, die auf der Saanich-Halbinsel auf Vancouver Island siedelten. Heute leben sie auf einem kleinen Landstrich zwischen dem Fährhafen und der Provinzhauptstadt Victoria. An der nordwestlichen Pazifikküste gibt es über 70 Stammesgruppen, aus denen sich die Coast Salish zusammensetzen. Sie sind bekannt für ihre reiche Kunsttradition, deren Inspiration aus den Regenwäldern British Columbias herrührt. Die geschnitzten Pfähle der Coast Salish zählten zu den ersten überlieferten Totems.

Das Wort „Totem“ stammt aus der Sprache der Algonkin und bedeutet so viel wie „die Geschichte eines Clans“. Totems wurden neben Häusern aufgestellt und zeichneten die Geschichte der Hausbewohner und aus der nächsten Umgebung nach. So wurden Gäste willkommen geheißen. Man geht heute davon aus, dass die Gruppe der Haida an der Westküste von British Columbia die Tradition ursprünglich ins Leben rief, und diese sich dann in der Region verbreitete. Selbst damals schon gab es allerdings lediglich in einigen wenigen Küstengebieten Totems.

Im 19. Jahrhundert kamen dann europäische Siedler nach Nordamerika, und der Handel mit ihnen brachte bessere Werkzeuge. Erst so fand die Kunst größere Verbreitung. Im 20. Jahrhundert war das Totem dann zum Symbol der First Nations und sogar von ganz Kanada geworden.

Douglas LaFortune Sr. und sein Sohn Bear sind bekannt für ihre Schnitzkunst und die Kreation eben solcher Symbole. Sie gehören selbst den Tsawout Coast Salish an und sind damit tief in der Tradition verwurzelt. Daher erschien Bear der ideale Ansprechpartner, um auch ein Symbol für BELLIN zu gestalten.

Aus dem Holz einer kanadischen roten Zeder schuf Bear auf Grundlage ein paar einfacher Skizzen von Meisterhand ein Totem, das drei der traditionellen Symbole der Regenwälder von British Columbia aufgreift. Zuoberst sitzt ein Adler, der für Frieden und Wohlstand steht und mit Führungsqualität assoziiert wird. In der Mitte befindet sich ein Bär, der Stärke und Selbstbewusstsein ausstrahlt und mit Familie in Zusammenhang gebracht wird. Darunter sitzt ein Frosch, Symbol für Glück und gelungene Kommunikation, der dem Pfahl Stabilität und der Familie ein Fundament bietet.

Für ein paar Tage wurde das Totem von BELLIN in einer Galerie vor Ort ausgestellt. Dann wurde es verpackt und 8.000 Kilometer weit von der kanadischen Küste an den Rand des Schwarzwalds transportiert. Jetzt steht der Totempfahl von BELLIN vor dem Gebäude BELLIN II und erzählt die gemeinsame Unternehmensgeschichte. Er repräsentiert die Zusammenarbeit zwischen Kanada und Deutschland und heißt unsere Gäste bei BELLIN kulturübergreifend willkommen.

Unbekannter Künstler

Indianische Maske, 2012

Bemaltes Holz

Wenn es eine der Kardinalaufgaben der Kunst ist, abstrakte Ideen zu veranschaulichen und somit im Wortsinne be-greifbar  zu machen, wird ihr dieses Werk in höchster Weise gerecht: Eine hölzerne Maske, die einen Rabenkopf darstellt, dessen Schnabel sich auf Betätigung der beiden an ihm angebrachten Seilzüge zur Seite öffnet – und den Blick auf einen Menschenkopf preisgibt. Die Innenseiten des Schnabels sind jeweils mit menschlichen Körpern bemalt, deren embryonal zusammengekauerte Haltung auf die symbolische Bedeutung des außergewöhnlichen Kunstgegenstands verweist: Der Rabe nämlich steht für Tod ebenso wie für Wiedergeburt – ihm wird die magische Fähigkeit zugesprochen, zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen bewusster und unbewusster Existenz als Bote zu fungieren. Innerhalb der indianischen Kultur, die die Ursprünge der Menschheit aus der Natur herleitet, gilt er daher als Totemtier. So kommen Masken wie die vorliegende dort bei religiösen Ritualen zum Einsatz, wo sie von Tänzern getragen werden, um die Geister der Ahnen heraufzubeschwören und die All-Einigkeit von Mensch und Natur zu zelebrieren. Nicht zufällig hängt die Rabenkopfmaske in BELLINs Happy Our, jenem Ort, wo Menschen verschiedenster Provenienz nicht nur täglich zum Essen, sondern zum Austausch jedweder Art zusammenkommen – in einem Unternehmen, dass sich im gleichen Maße seiner Heimat, dem Schwarzwald, und seinen Traditionen verpflichtet fühlt, wie es sich als weltoffen und anderen Kulturen zugewandt versteht.

Stefan Strumbel

Diverse Poster

Handsignierte Poster

Eichhörnchen, die statt mit Tannenzapfen mit Handgranaten spielen? Flammende Kuckucksuhren, wahlweise mit Stones-Zunge und gekreuzten E-Gitarren oder mit Totenschädeln, Ankern und Meerestieren versehen? Das ist die Welt des postmodernen Heimatkünstlers Stefan Strumbel. Das Gestaltungsprinzip der drei vorliegenden Arbeiten zieht sich als humorvoll-hintergründige Masche durch große Teile seines Werks: Versatzstücke eines klischeegewordenen Heimatbegriffs werden mit Elementen zeitgenössischer Popkultur gekreuzt und somit gleichermaßen dekonstruiert wie mit neuem Leben erfüllt. Wenn man in diesen Werken auch die ikonoklastische Besessenheit des einstigen Graffitikünstlers spürt – letztlich bleibt doch vor allem eines hängen: Heimat ist irgendwie sexy. Es ist kein Zufall, dass Strumbels Werke auf dem BELLIN Campus so zahlreich präsent sind: Der hybride Charakter der Arbeiten, ihre originelle Art, Tradition und Moderne zu verschmelzen, zeigt deutliche Parallelen zu Werdegang und Selbstverständnis von BELLIN. So versteht sich das Unternehmen seit 20 Jahren gleichermaßen als bahnbrechender Disruptor, der es mit innovativen Lösungen zur Marktführerschaft gebracht hat wie als heimatverbundenes, tief im Erbe süddeutscher Handwerks- und Ingenieurskunst verwurzeltes Traditionsunternehmen.

Ideen- und Gästebuch

Begonnen 2015

Besondere Augenblicke möchte man am liebsten festhalten: Deshalb gibt es bei BELLIN für alle einzigartigen Momente, Ideen und Emotionen ein ebenso einzigartiges Buch: das BELLIN Ideen- & Gästebuch. Gefertigt wurde das Buch von einer Manufaktur, die genau unsere Wünsche erfüllen konnte, denn Form und Einband sind BELLIN-typisch vom Quadrat definiert. Die Größe von 34 mal 34 Zentimetern schöpft die maximale Größe der Buchbinde-Manufaktur aus. Für den Einband haben wir das wertvolle Japanpapier Chiyogami gewählt. Das Papier Chiyogami wird insbesondere für die japanische Faltkunst Origami hergestellt und verwendet. Origami kommt vom japanischen oru = falten und kami = Papier. Für Origami wird stets ein quadratisches Blatt Papier gewählt, das ohne Hilfsmittel zu zwei- oder dreidimensionalen Objekten gefaltet wird. Origami gilt als gleichzeitig konzentrationsfördernde und entspannende Tätigkeit, die nicht nur spielerisch die kreativen, künstlerischen Fähigkeiten fördert, sondern auch das mathematische Verständnis und das räumliche Vorstellungsvermögen schult.

Petra Göhringer-Machleid

Spaltung

Wachs und Holz

„Spaltungen“, der Titel, den die 1961 in Zell a.H. geborene Künstlerin ihrer Werkreihe von Skulpturen aus Holz und Wachs gegeben hat, erweckt zunächst erst einmal destruktive Assoziationen. Und in der Tat stellt das Werk gleich in mehrerlei Hinsicht einen Bruch dar: Vier aus einem Ast gespaltene Holzscheite, schwarzgetüncht an ihre bevorstehende Verbrennung gemahnend, ragen düster in die Höhe. Als Gruppe zwar, aber voneinander isoliert, ohne jeden Berührungspunkt. Auch was ihr Material betrifft, ist die Skulptur inhomogen: Holz in Wachs, sinnigerweise noch auf einem Stahlsockel stehend. Eine Kombination somit, die ob ihrer Ungewöhnlichkeit fast einem Konventionsbruch gleichkommt. Doch jede Spaltung, beginnend mit der des Atoms, jenem winzigen Baustein alles Lebendigen, setzt auch Energie frei. Schafft neue Formen und Möglichkeiten des Ausdrucks. In diesem Sinne sind Göhringer-Machleids „Spaltungen“ vor allem eines: Synthesen. In ihrer organischen Materialität sind sie veränderlich, ja vergänglich. Und als solche Zeugen des unaufhörlichen Prozesses des Vergehens und Werdens, jener Spaltung und künstlerischen Neuanordnung, die sie hervorgebracht hat.

Petra Göhringer-Machleid

Litfass 1 & 2

Papier und Wachs

Können wir Zeitreisen unternehmen? Ist die Zeit umkehrbar? Kann die Vergangenheit Gegenwart werden und umgekehrt? Während sich Naturwissenschaftler über solcherlei Fragen seit Jahrhunderten den Kopf zerbrechen, erlaubt die Sphäre der Kunst ihren Schöpfern, derartige Themen spielerisch-kreativ anzugehen. Wie die Ettenheimer Künstlerin Petra Göhringer-Machleid, die auf ihre ganz eigene Zeitreise aufgebrochen ist. Fasziniert von der Litfaß-Säule – jener weltberühmten Erfindung des Berliner Druckers Ernst Litfaß aus dem vorletzten Jahrhundert – legt sie mit archäologischem Eifer die Plakate der Vergangenheit Schicht für Schicht frei, indem sie mit Stemmeisen und Säge der brettharten Papierrinde der Säule zu Leibe rückt, um sie dann in ihre zahllosen Einzellagen zu separieren, bis eine davon ihr als Ausgangspunkt für ihren künstlerischen Schaffensprozess besonders geeignet erscheint. Dabei ordnet sie die Plakatschichten, in ihrer Abfolge einst nur der Chronologie der beworbenen Veranstaltungen oder Produkte unterworfen, nach ihrem eigenen ästhetischen Gutdünken neu an. Die beiden in BELLIN I ausgestellten Werke sind plastische Beispiele dieser Arbeitsweise Göhringer-Machleids: Die Künstlerin ordnet ihre Fundstücke neu an, bedeckt sie mit Wachsschichten unterschiedlicher Dicke und transformiert sie schließlich in eindrucksvolle Collagen. Indem sie die innersten Lagen der Säule neu komponiert, gelangt das Verborgene an die Oberfläche, das Vergessene wandelt sich zum Aktuellen: Die Zeitreise ist vollbracht, der künstlerische Prozess ihr Vehikel, das Werk ihr Zeuge.

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